Sozialausschuss besuchte die Notunterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine – Weitere Spenden benötigt

Ausschuss für Soziales und Gesundheit des Landkreises Lüneburg und Gäste der Sitzung am 16. Juni vor der Erstunterkunft in Sumte. Foto: Landkreis LüneburgSumte, 20.06.2022 - Vor zwölf Wochen trafen die ersten Familien aus der Ukraine in der Notunterkunft in Sumte ein, mehr als 520 Menschen haben hier bislang Schutz vor Krieg und Vertreibung erhalten. In der vergangenen Woche machte sich der Ausschuss für Soziales und Gesundheit des Landkreises Lüneburg ein Bild von der Lage in der Unterkunft.

140 Ukrainer, vor allem Frauen und Kinder, leben zur Zeit in der Notunterkunft, sie werden von Mitarbeitern des Landkreises und vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betreut. "Wir stehen für alles bereit, was die Menschen hier benötigen," erklären Sebastian Hahn vom ASB und Holger Pilch vom DRK, die gemeinsam die Einrichtung leiten.

Verpflegung, Kleidung, medizinische Versorgung, Unterstützung bei Behördengängen, Kinderbetreuung – die Geflüchteten mit ihren traumatischen Kriegserfahrungen sollen zur Ruhe kommen können. Auch Ehrenamtliche engagieren sich, bieten Spiele für Kinder und Sprachkurse für alle an.

Bis zu 200 Personen kann das Team zurzeit betreuen – für bis zu 700 Menschen ist in der gesamten Unterkunft Platz. "Wir hoffen, dass wir die Kapazität nicht ausschöpfen müssen", sagt Landrat Jens Böther. Man sei aber auf jede Entwicklung bestmöglich vorbereitet.

Sumte ist ohnehin nur eine Zwischenstation. Städte, Samt- und Einheitsgemeinden des Landkreises vermitteln Wohnraum vor Ort. Je nach Größe der Familien dauert es vier bis sechs Wochen, denn Wohnraum ist knapp in der Region. Die Wohnungen werden vor Bezug renoviert und mit ersten Möbeln eingerichtet.

Danach können die Ukrainer ihr Leben hier weiter organisieren: Sprachkurs, Kita- bzw. Schulplatz für die Kinder, Arbeitsplatz und Freizeit-Aktivitäten und vieles mehr. Ukrainische Staatsbürger dürfen sich in Deutschland aufgrund der Visa-Bestimmungen grundsätzlich drei Monate wie Touristen bewegen. Um jedoch Hilfeleistungen zu erhalten – zum Beispiel Bargeld oder eine Unterkunft – müssen sie sich bei der Ausländerbehörde in Lüneburg melden.

Allgemeine Informationen zur Ukraine-Hilfe im Landkreis Lüneburg gibt es unter www.landkreis-lueneburg.de/ukraine. Dort sind auch die Ansprechpersonen in den Kommunen aufgeführt, die Wohnungs- und ehrenamtliche Hilfsangebote koordinieren.

Helfer gesucht
ASB und DRK suchen weiterhin Ehrenamtliche, die die Arbeit in Sumte unterstützen, etwa für Spiel-Aktionen mit Kindern, Fußballtraining, Deutschkurse, Ausflüge oder einfache handwerkliche Tätigkeiten. Interessierte melden sich am besten per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Sebastian Hahn) oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Holger Pilch).

Spenden benötigt
Außerdem benötigt die Unterkunft weiterhin Spenden, vor allem Handys, Sommerkleidung für Frauen, Jugendliche und Kinder sowie Fahrräder für jedes Alter (auch gern Flickzeug und Fahrradschläuche). Die Sammelstelle für Spenden in Sumte ist jeden Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr geöffnet.