Zahl der Einsätze erreichte im vergangenen Jahr Höchststand

Lüneburg, 07.01.2022 - Die Notfallseelsorge des Ev.-luth. Kirchenkreises Lüneburg war im vergangenen Jahr deutlich stärker gefordert als je zuvor. Wie der Kirchenkreis heute bekanntgab, gab es im vergangenen Jahr 81 Einsätze, so viele wie noch nie. 2020 waren es 57 Einsätze, davor 60 Einsätze. Stets galten die Einsätze der Begleitung von Menschen in Extremsituationen, teilte der Kirchenkreis mit.

"Notfallseelsorge ist die seelische Erste Hilfe in den ersten Stunden", sagt Henry Schwier, Leiter der Notfallseelsorge im Kirchenkreis. Der plötzliche Tod eines Angehörigen, das Überbringen einer Todesnachricht an Angehörige, das Erleben von erfolgloser Reanimation, der Unfall, der Suizid, manchmal das Aushalten von unklaren Entwicklungen, der plötzliche Kindstod, ein schwerer Arbeitsunfall – das seien oft die Themen der in Not geratenen Menschen, so Schwier. 

Ein Viertel der Einsätze 2021 erfolgte durch Anforderung der Polizei, davon sind die meisten Einsätze die Begleitung beim Überbringen von Todesnachrichten an Angehörige und die anschließende Betreuung und Begleitung der Menschen. 30 Alarmierungen erfolgten aus dem Rettungsdienst, 11 von der Feuerwehr und 18 aus dem Krankenhaus und anderen Einrichtungen. 

An der Notfallseelsorge beteiligen sich zur Zeit 23 Pastorinnen und Pastoren, drei Diakoninnen und Diakone und drei ausgebildete Ehrenamtliche. Eine Woche übernehmen sie die Rufbereitschaft und sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar. Alle Mitarbeiter haben eine grundständige Seelsorgeausbildung aufgrund ihres Berufes, viele davon haben zusätzlich eine klinische Seelsorgeausbildung und Weiterbildungen in besonderen Themen der Notfallseelsorge.

Diakon Henry Schwier ist auch der Fachberater Seelsorge für die Kreisfeuerwehr und ist für alle Feuerwehrkräfte vertraulich ansprechbar. Er unterliegt wie alle Mitarbeiter in der Notfallseelsorge dem Seelsorgegeheimnis – es garantiert, dass die Gespräche absolut vertraulich sind.