Mit neuen Organisationsformen will das Kirchenkreisamt Probleme auffangen

Die Teilnehmer des Zukunftstages am Bleckeder Deich in der Aufstellung des christlichen Symbols, dem Fisch. Foto: Kirchenkreis LüneburgLüneburg, 02.04.2022 - Schrumpfende Mitgliederzahlen, sinkende Einnahmen, fehlende Fachkräfte – die Kirche stand schon mal besser da. Wie der Kirchenkreis Lüneburg seine Zukunft meistern will, war Thema eines Zukunftstags, der kürzlich in Bleckede stattfand. Rund 60 Haupt- und Ehrenamtliche waren an die Elbe gekommen, um sich gemeinsam für die Zukunft zu rüsten.

"Wir gehen auf eine Zeit mit großen Herausforderungen zu", so die Leitende Superintendentin Christine Schmid. Aber sie sagt auch: "Wir haben frühzeitig gegengesteuert, um weiterhin lebendige, gute kirchliche Arbeit machen zu können. Wir stellen uns in einigen Bereichen um, um weiter verlässlich für Menschen da zu sein." Allerdings brauche es dazu "neue Formen der Zusammenarbeit".

Ein Schritt in Richtung Zukunft wurde bereits vollzogen: Die 28 Kirchengemeinden des Kirchenkreises haben sich zu Zukunftsgemeinschaften zusammengeschlossen. Ziel dieser Gemeinschaften ist es, sich gegenseitig zu vertreten, Angebote zu koordinieren und zukünftig die Pfarr- und Diakonenstellen gemeinsam zu planen, so das Kirchenkreisamt. Die Personalausstattung und Stellenbesetzung jeder einzelnen Zukunftsgemeinschaft soll dabei nach einem einheitlichen Schlüssel festgelegt werden, der sich an den jeweiligen Mitgliederzahlen orientiert. Schmid sieht darin einen Vorteil: "In größeren Einheiten zu denken, gibt mehr Spielraum, die Gemeinden behalten oder schärfen ihr eigenes Profil – ergänzen sich dabei gegenseitig."

Wie das konkret aussehen soll, wurde in einem Planspiel ausprobiert. Die Spielergebnisse waren sehr unterschiedlich, zwei davon lauten: vom Kirchturmdenken zum gemeinschaftlichen Denken kommen, noch stärker aufs Ganze schauen. "Das Gute: Es gibt überall Lösungen, das war schön zu sehen", sagten Pastor Dennis Schipporeit als Vorsitzender des Stellenplanungs- und Strukturausschusses, und Diakonin Maren Fedtke vom Vorbereitungsteam. Christine Schmid betonte, die Lösungen für die Herausforderungen der einzelnen Zukunftsgemeinschaften lägen "nirgendwo in der Schublade bereit, sie werden gemeinsam erarbeitet".

"Die Zukunft beginnt jetzt", forderte Superintendent Christian Cordes in der Andacht auf, Grenzen zu überschreiten und im Vertrauen auf Gottes Begleitung mehr Gemeinsamkeit zu wagen.

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