Hannover will angespannten Wohnungsmarkt neu regeln – auch Kommunen im Landkreis Lüneburg betroffen
Hannover, 13.01.2026 - Was an dem einen Ort viele zur Verweiflung treibt, ist an anderer Stelle oft kein Thema: der Wohnungsmarkt. Während die Mieten vor allem in und nahe von Ballungsräumen seit Jahren kontinuierlich steigen, stehen Wohnungen in abgelegeneren Regionen teils lange leer. Für Niedersachsen hat ein Gutachterausschuss 57 Kommunen mit einem angespannten Wohnungsmarkt festgelegt, darunter mehrere im Landkreis Lüneburg. Um hier den Wohnungsbau zu beleben, sollen sie in den nächsten Jahren besondere baurechtliche Regelungen anwenden können.
Zwar ist es bislang erst ein Entwurf für eine entsprechende Verordnung zur Bestimmung von Gebieten mit einem angespannten Wohnungsmarkt, doch die könnte in den Kommunen einiges bewirken. So soll ihnen mit der Verordnung die Möglichkeit gegeben werden, spezielle baurechtliche Bestimmungen anzuwenden, die den Wohnungsbau befördern.
Dabei handelt es sich zum einen um ein "ausgeweitetes Baugebot", mit dem Kommunen auf Grundstücken mit ungenutztem Wohnungsbaupotenzial die Bebauung mit einer oder mehreren Wohneinheiten anordnen können. Zum anderen wird das kommunale Vorkaufsrecht für solche unbebauten oder brachliegenden Grundstücke erweitert, die vorwiegend mit Wohngebäuden bebaut werden können.
◼︎ Bodenspekulation unterbinden
Durch die beiden Instrumente soll es den Kommunen insbesondere erleichtert werden, Bodenspekulationen zu unterlaufen, Bauland zu mobilisieren und Baulücken zu schließen, teilte die Staatskanzlei in Hannover mit. "Für die Landesregierung ist es unglaublich wichtig, dass den betroffenen Kommunen alle Handlungsmöglichkeiten offenstehen, um den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Mehr Wohnungsangebote sind die Voraussetzung dafür, dass Wohnraum bezahlbar bleibt und auch Menschen mit niedrigerem Einkommen in ihren angestammten Quartieren wohnen bleiben können", so Bauminister Grant Hendrik Tonne (SPD).
Die geplante Verordnung soll zunächst in die Verbandsbeteiligung gegeben werden. Dabei werden die kommunalen Spitzenverbände und die 57 Kommunen mit einem angespannten Wohnungsmarkt Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten.
Diese Kommunen sind derzeit als Gebiete mit einem angespannten Wohnungsmarkt bestimmt:
- die Landeshauptstadt Hannover,
- die Hansestädte Buxtehude, Lüneburg, Stade und Uelzen,
- die Städte Achim, Bleckede, Borkum, Braunschweig, Buchholz in der Nordheide, Cuxhaven, Garbsen, Göttingen, Hemmingen, Hildesheim, Laatzen, Langenhagen, Leer, Lingen, Norden, Norderney, Nordhorn, Oldenburg, Osnabrück, Rotenburg (Wümme), Seelze, Winsen (Luhe), Wolfsburg und Wunstorf,
- der Flecken Bovenden,
- die Inselgemeinde Juist,
- das Nordseebad Wangerooge,
- die Gemeinden Adendorf, Bad Rothenfelde, Bad Zwischenahn, Baltrum, Bienenbüttel, Emsbüren, Hatten, Isernhagen, Langeoog, Lilienthal, Neu Wulmstorf, Oyten, Rastede, Seevetal, Spiekeroog, Stuhr, Wedemark, Weyhe und Winsen (Aller) und
- die Samtgemeinden Bardowick, Gellersen, Hanstedt, Ilmenau, Ostheide und Tostedt.

