Test für dritten Coca-Cola-Brunnen beendet – Daten werden ausgewertet

Das Archivfoto vom Februar 2021 zeigt die Pumpstation nahe Reppenstedt. Foto: Landkreis LüneburgLüneburg, 13.04.2021 - Gut zwei Monate wurde kräftig Grundwasser aus den Tiefen des Landkreises im Bereich Reppenstedt gepumpt, gestern wurden die Pumpen abgestellt. Anlass für die Pumpaktion ist die Absicht der Coca-Cola-Tochter Apollinaris Brands, in der Region einen weiteren Brunnen für die Produktion ihres Mineralwassers "Vio" zu errichten. 

Wie die Kreisverwaltung berichtet, wurde gestern Morgen die Pumpe abgeschaltet, heute beendete das Unternehmen seinen Pumpversuch in der Samtgemeinde Reppenstedt offiziell. Seit dem Start am 3. Februar hat das Unternehmen knapp 100.000 Kubikmeter Grundwasser entnommen und dieses über den Bach Kranker Hinrich abgeleitet. Innerhalb der zurückliegenden zehn Wochen wurde das Verfahren vom Landkreis Lüneburg als zuständige Genehmigungsbehörde begleitet und vor Ort geprüft. Die Arbeiten zum Rückbau der Anlagen für den Pumpversuch haben bereits begonnen und werden bis Ende April abgeschlossen sein, erklärte die Kreisverwaltung.

Mit dem Ende des Pumpversuchs startet nun die Auswertung: Gutachter sollen anhand der gewonnen Daten die Frage klären, ob die langfristige Wasserentnahme negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt hat. Auf Grundlage der Expertise hat das Unternehmen dann die Möglichkeit, seinen endgültigen Antrag zur Wasserentnahme zu erarbeiten und dem Landkreis Lüneburg vorlegen. Dort werde dann nach den wasser- und naturschutzrechtlichen Vorgaben von Bund und Land entschieden, ob der dritte Brunnen erlaubt wird oder nicht, so die Kreisverwaltung.

Die Errichtung eines dritten Brunnens hat im Landkreis in den vergangenen Monaten zu starken Protesten aus der Bevölkerung geführt. Hier steht vor allem die kommerzielle Vermarktung des Grundwassers durch Coca-Cola in der Kritik. Andere und zum Teil weitaus größere Grundwasser-Verbraucher in der Region kommen bei den Kritikern hingegen eher unbeachtet davon, was insofern verwundert, als dass "Vio" immerhin einen elementaren Bedarf zur Trinkwasserversorgung bedient.