Landesregierung sieht keine besondere Corona-Gefährdung durch Schulbusse

Sind Busse ein Corona-Infektionsherd? Studien belegen diesen Verdacht jedenfalls nicht. Foto: LGheuteHannover, 07.12.2021 - Das morgendliche Bild ist stets das gleiche: Dicht gedrängt tummeln sich Tausende von Schülern in Bussen, die sie zu den Schulen bringen. Was auch bislang schon den Unmut mancher Eltern hervorrief, ist dank Corona nun zu einem Politikum geworden: Die Sorge um mögliche Infektionen in den überfüllten Bussen war kürzlich Thema im Landtag in Hannover. Die aber sei unbegründet, sagt Kultusminister Grant Hendrik Tonne.

"Ein erhöhtes Infektionsrisiko wird auf dieser Grundlage nicht angenommen", erklärte Minister Tonne auf eine Anfrage der Fraktion der Grünen, die wissen wollten, ob eine Ansteckungsgefahr in den Schulbussen durch Covid 19 höher, geringer oder genauso groß wie in den Klassenzimmern sei.

◼︎ Studien zeigen kein Risiko auf

Mit "dieser Grundlage" meinte Tonne beispielsweise eine Studie aus diesem Sommer, zu deren Abschlussbericht das Fraunhofer-Institut bemerkte: "Es wird angenommen, dass die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln bisher zum gesamten Infektionsgeschehen in Deutschland nur einen geringeren Beitrag lieferte, verglichen mit anderen Infektionsorten wie dem häuslichen Umfeld oder dem Pflegebereich."

Konkreter ging Tonne auf eine epidemiologische Studie zur Untersuchung des Corona-Infektionsrisikos im ÖPNV der Charité Research Organisation (CRO) aus dem Mai dieses Jahres ein. Danach bestehe kein erhöhtes Infektionsrisiko für ÖPNV-Nutzer gegenüber Individualverkehrsnutzern. Es sei festgestellt worden, dass unter den gegebenen Rahmenbedingungen die getroffenen Hygienemaßnahmen die Fahrgäste hinreichend schützten.

◼︎ Studie aus Frankreich: ÖPNV-Nutzer erkranken weniger

Zu einem bemerkenswerten Ergebnis kam eine Studie des französischen Instituts Pasteur, auf das Tonne ebenfalls verwies. Danach bestehe im öffentlichen Nahverkehr nicht nur kein erhöhtes Ansteckungsrisiko, Fahrgäste des ÖPNV erkrankten im viermonatigen Zeitraum der Untersuchung vergleichsweise sogar weniger an Corona als Menschen einer Vergleichsgruppe, die diesen nicht nutzten.

Der Minister hob zugleich die Bemühungen des Landes hervor, die Schulträger bei der Schulbeförderung weiter zu unterstützen. Hierfür kämen der Einsatz von Verstärkerbussen der Verkehrsbetriebe, von zusätzlichen Reisebussen oder eine Staffelung der Unterrichtszeiten mit dem Ziel einer weiteren Entzerrung der Schülerbeförderung in Betracht. Auch werde eine Fortsetzung der finanziellen Unterstützung über 2021 hinaus "überlegt".

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar.