Wiederaufnahme der beliebten Zugverbindung nach Berlin kann sich verzögern

Nicht besonders komfortabel, dafür aber preiswert und ohne Umzusteigen ging es bislang stets mit dem IRE nach Berlin. Foto: LGheuteBerlin, 21.11.2020 - Der nicht nur bei Lüneburgern sehr beliebte Interergio-Express IRE Hamburg-Berlin soll im kommenden Jahr seinen Dienst wieder aufnehmen. Ein genauer Termin sei aber noch nicht angebbar, erklärt der Lüneburger CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols. Dies sei im Rahmen eines von ihm initiierten digitalen Runden Tisches deutlich geworden, an dem auch die Deutsche Bahn AG (DB) teilgenomme hatte. Eigentlich wollte die Bahn die Verbindung Ende März 2021 wieder aufnehmen.

"Ausdrücklich haben die beiden DB-Konzernbevollmächtigten für Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Bremen und Niedersachsen, Manuela Herbort, und für die Bahnregion Südost, Martin Walden, betont, dass die Bahn den IRE im nächsten Jahr wieder fahren lassen wolle, sobald es die Rahmenbedingungen ermöglichen", erklärt Pols.

Doch wann genau das geschehe, ist auch nach dem Gespräch weiter offen. Zwar hat die Bahn angekündigt, den IRE – er bedient die viel frequentierte Verbindung Hamburg - Berlin über Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal und ermöglicht damit vielen Bahnreisenden eine Fahrt ohne Umsteigen – voraussichtlich ab Ende März 2021 wieder fahren zu lassen. Die DB hatte die Verbindung kürzlich "betriebsbedingt" eingestellt.

Nun aber scheint es, dass es auch deutlich später werden kann. Zur Begründung werden anstehende Bauarbeiten auf der Strecke genannt, die die Bahn vor einer Wiederaufnahme der Verbindung noch abwarten wolle, wie Pols erläutert. "Die Bahn beabsichtige, eine Situation zu vermeiden, in der der IRE für wenige Wochen wieder fährt, dann allerdings wegen Bauarbeiten erneut nicht verkehren kann. Erklärtes Ziel der Bahn ist eine langfristig verlässliche Zugverbindung, die auch als solche von den Menschen wahrgenommen wird."

Der Zeithorizont für die Wiederaufnahme reiche Pols zufolge nun sogar bis Oktober 2021. 

Zugleich tritt Pols Befürchtungen entgegen, die Bahn nutze die Corona-Pandemie für eine Einstellung der Verbindung: "Laut Bahn soll die Corona-Pandemie nicht dazu führen, dass der IRE klammheimlich eingestellt wird."

Gleichwohl habe die Bahn deutlich machen können, dass die Nachfrage nach dem IRE auf der Strecke Hamburg-Berlin während der Corona-Pandemie zu gering sei, um eine kostendeckende Finanzierung der Verbindung zu gewährleisten. Beim IRE handele es sich laut den Bahn-Vertretern um ein "eigenwirtschaftliches Angebot der DB AG". Daher habe man sich konzernintern entschieden, in der Pandemiezeit mit niedrigen Passagierzahlen vorrangig die von den Ländern bestellten Nahverkehre sicherzustellen.

Insgesamt zieht Pols als Organisator des Runden Tisches ein positives Fazit: "Bei der Veranstaltung kam es zu einem klärenden Gespräch von so gut wie allen CDU-Bundestagsabgeordneten der betroffenen Wahlkreise mit der DB AG. Bei allen Teilnehmern kann ich mich daher nur bedanken. Dennoch bleibt es ratsam, wachsam zu bleiben."

An dem Runden Tisch hatten unter anderem die DB-Konzernbevollmächtigten Manuela Herbort und Martin Walden sowie die CDU-Fraktionsmitglieder Christoph de Vries (Hamburg) und Eckhard Gnodtke (Salzwedel und Stendal) sowie eine Verkehrsreferentin in Vertretung für Christoph Ploß, der Landesvorsitzender der CDU Hamburg und Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages ist, teilgenommen.