Umfrage: Betriebe fordern Senkung der Energiesteuern 

Hohe Energiepreise belasten auch das Bäcker-Handwerk. Foto: nghLüneburg, 05.04.2022 - Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat offenbar auch erhebliche Auswirkungen auf das regionale Handwerk. Wie die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade mitteilt, träfen die auch durch den Krieg ausgelösten Energiepreissteigerungen und Lieferprobleme bei Rohstoffen und Material viele "mit voller Wucht", wie Kammer-Präsident Detlef Bade erklärt. Er bezieht sich dabei auf Ergebnisse einer Umfrage, an der sich 314 Mitgliedsbetriebe der Kammer beteiligt haben. 

Danach sehen sich 89 Prozent der befragten Handwerksbetriebe durch die infolge des Krieges nochmals deutlich gestiegenen Energiepreise belastet. An zweiter Stelle werden Preissteigerungen bei Rohstoffen, Material und Produkten genannt, davon sind 81 Prozent betroffen. Zwei Drittel der Handwerksbetriebe (67 Prozent) melden zudem Lieferengpässe beim Bezug solcher Vorleistungen.

Auswirkungen habe der Krieg auch auf die Absatzmärkte des Handwerks. Laut Umfrage spüren oder befürchten 40 Prozent eine Kaufzurückhaltung bei Verbrauchern, da Unsicherheiten zunehmen und die Energie- und Lebenshaltungskosten weiter steigen.13 Prozent melden Auftragsstornierungen von Kunden und Unternehmen, die selbst von den Auswirkungen des Krieges und der Wirtschaftssanktionen betroffen sind. Einzelne Handwerksbetriebe stellen aber auch eine höhere Nachfrage nach Erneuerbaren Energien fest.

◼︎ Forderung nach Senkung der Energiesteuern

Von der Politik erwarten die befragten Handwerksbetriebe vor allem eine deutliche Senkung der Energiesteuern. Drei Viertel der Betriebe (73 Prozent) sprechen sich dafür aus. "Die im Entlastungspaket angekündigten temporären Entlastungen bei der Spritsteuer reichen nicht aus. Auch bei Gas und Strom müssen die Energiesteuern auf die europäischen Mindestsätze gesenkt werden", konkretisiert Bade die Forderung nach Entlastungen. Jeweils rund 70 Prozent der Betriebe erwarten zudem, dass Deutschland seine Importabhängigkeit bei der Energieversorgung schnell verringert und der Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigt wird. Für einen Ausbau der Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen sprechen sich 58 Prozent aus.

Erfreut zeigt sich der Kammerpräsident über die hohe Bereitschaft im Handwerk, Geflüchtete aus der Ukraine auszubilden oder zu beschäftigen. Mehr als die Hälfte der befragten Handwerksbetriebe (54 Prozent) sei bereits jetzt grundsätzlich dazu bereit. 25 Prozent haben sich noch kein abschließendes Urteil gebildet, 21 Prozent haben keinen Personalbedarf oder bilden nicht aus. "Das Handwerk hat schon in früheren Flüchtlingskrisen gezeigt, dass es Menschen aus anderen Ländern gut in den Betrieben integrieren kann", sagt Bade.

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