Umfangreiche Bauarbeiten zwischen Hamburg und Uelzen von Juni bis September 

Weniger, dafür voller: Im Sommer kann zeitweise nur jeder vierte Zug auf der Strecke Hamburg - Uelzen verkehren. Foto: LGheuteUelzen, 26.05.2022 - Das wird ein harter Sommer für Pendler: Nicht nur Autofahrer müssen wegen Bauarbeiten auf der A39 und der B404 mit Beeinträchtigungen und Staus rechnen, auch auf Bahnreisende zwischen Uelzen und Hamburg kommen erhebliche Einschränkungen zu. Grund ist eine mehrmonatige Baumaßnahme der DB Netz AG. Insbesondere rund um Stelle und Bad Bevensen sind umfassende Gleis- und Weichenarbeiten geplant. Ab August kommen weitere Bauarbeiten im Bereich Hamburg-Harburg hinzu.

"Fahrgäste auf der Linie RE3/RB31 werden diesen Sommer viel Geduld mitbringen müssen: Bereits ab 11. Juni werden zwischen Hamburg, Lüneburg und Uelzen deutlich weniger Züge unterwegs sein als sonst", teilte das Bahnunternehmen Metronom aus Uelzen mit. 

Die Baumaßnahme ist in mehrere zeitliche Abschnitte unterteilt, in denen sich die Baufahrpläne leicht verändern können. Insgesamt werden die Arbeiten bis Ende September andauern. Die geänderten Zug- und Schienenersatzfahrpläne für den Zeitraum 11. Juni bis 15. Juli stehen bereits fest und sind auf der Website von Metronom veröffentlicht. In den nächsten Tagen sollen Details zum Schienen-Ersatzverkehr auch in den elektronischen Fahrplanauskünften und Apps zur Verfügung stehen.

◼︎ Nur eine stündliche Verbindung je Richtung

Durch die Baumaßnahme reduzieren sich die Trassen- und Gleiskapazitäten in den Sommermonaten drastisch, erläutert Metronom-Pressesprecherin Miriam Fehsenfeld. So kann Metronom zwischen Hamburg, Lüneburg und Uelzen statt der gewohnten vier Verbindungen pro Stunde und Richtung nur noch je eine Verbindung anbieten: Die Züge der Linie RB31 werden bis auf sehr wenige Ausnahmen komplett entfallen. Auch die Verstärkerzüge der RE3 entfallen. Die während der Baumaßnahme nur noch stündlich einmal pro Richtung verkehrenden Züge der Linie RE3 sollen aber zusätzlich in Bardowick und Radbruch halten.

"Aufgrund der zu erwartenden hohen Auslastung der verbliebenen Züge der RE3 sollten Fahrgäste, die nur die Strecke zwischen Hamburg-Harburg und Hamburg Haupftbahnhof fahren möchten, möglichst auf andere Züge oder auf die S-Bahn ausweichen", empfiehlt Fehsenfeld.

◼︎ SEV zwischen Hamburg-Harburg und Winsen sowie in den Nachtstunden

Vor allem zwischen Winsen und Hamburg-Harburg kommt es zu massiven Beeinträchtigungen, da die Bahnhöfe Ashausen, Stelle, Maschen und Meckelfeld aufgrund der Baumaßnahme gar nicht oder nur selten angefahren werden können. Hier wird für die Dauer der Baumaßnahme ein umfassender Schienenersatzverkehr (SEV) mit unterschiedlichen Linien eingerichtet.

Manche SEV-Busse werden alle Unterwegshalte ansteuern, andere sind etwas schneller unterwegs und halten nicht überall. Einige Busse sind speziell auf die Schichtzeiten des Amazonwerks in Winsen (Luhe) abgestimmt und fahren ohne Zwischenhalte von Harburg direkt bis zum Werksgelände oder umgekehrt.

Da nachts auf der gesamten Strecke gar keine Züge fahren können, gibt es in den Tagesrand- und Nachtstunden auch einen SEV zwischen Hamburg-Harburg und Lüneburg bzw. Uelzen, ebenfalls mit unterschiedlichen Haltekonzepten. Auch das RufMobil der KVG steht nachts auf Anfrage für einzelne Touren bereit.

◼︎ Kein Ausbau der Strecke, reine Instandhaltungsmaßnahmen

"Es nützt nichts, drum herumzureden: Die Sommermonate werden insbesondere für Pendler, Stamm-Fahrgäste und unsere Mitarbeiter zwischen Harburg und Lüneburg eine echte Geduldsprobe“, sagt Fehsenfeld und ergänzt: "Wir hätten uns gewünscht, dass im Zuge der ohnehin anstehenden Baumaßnahme auch der von uns langersehnte Ausbau der Strecke in Angriff genommen wird. Das ist aber leider nicht der Fall." Bei den Bauarbeiten handelt es sich laut Metronom um reine Instandhaltungsmaßnahmen, die aber ebenfalls dringend erforderlich seien.

◼︎ Baumaßnahme parallel zum "9-Euro-Ticket"

Die Baumaßnahme fällt zeitlich mit dem Aktionszeitraum des "9-Euro-Tickets" zusammen. Metronom geht in den Sommermonaten von einem deutlich erhöhten Fahrgastaufkommen aus, vor allem am Wochenende. "Wir können Ausflüglern nur raten, sich vorab genau zu informieren und die Strecke Hamburg-Uelzen, soweit möglich, zu umfahren", so Fehsenfeld. "Das ist misslich, aber wir können es leider nicht ändern." Eine Verschiebung der Baumaßnahme seitens der DB Netz sei nicht möglich gewesen.

Wer etwa von Süden an die Ostsee will, kann zumindest ab Lüneburg auf die Strecke über Büchen Richtung Lübeck ausweichen und muss nicht über Hamburg fahren. Wer von Hamburg in die Lüneburger Heide möchte, kann beispielsweise täglich die Heidebahn RB38 von Buchholz oder am Wochenende sogar direkt von Hamburg-Harburg Richtung Soltau nutzen. Wer mit dem 9-Euro-Ticket noch weiter in den Süden möchte, sollte eventuell eine Route über Bremen ins Auge fassen, empfiehlt das Bahnunternehmen.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar.