Hansestadt, 26.10.2012 - Susanne Twesten, vielen in Stadt und Umland als Leiterin des Standesamts gut bekannt, ist jetzt Chefin im Bürgeramt der Hansestadt Lüneburg. Die Adresse bleibt dieselbe, nur die Aufgaben sind gewachsen. Denn das kleine Behördenzentrum an der Bardowicker Straße 23 umfasst neben dem Standesamt auch das Einwohnermeldeamt, die Ausländerbehörde und das Fundbüro. Dort führt Susanne Twesten jetzt Regie, rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehören zu ihrem Team.

Eine zentrale Anlaufstelle, wo Bürger die wichtigsten Dienstleistungen der Verwaltung abrufen können - mit dieser Idee eröffnete die Stadt Lüneburg vor rund 13 Jahren, im November 1999, das Bürgeramt, gern auch "BaLü" genannt. Die erste Leiterin hieß Vera Grävenitz, es folgten Heinz Ehrlich und Eckhard Rödenbeck. Mit seinem Ruhestand übernimmt nun Susanne Twesten (54) den Posten.

Die ursprüngliche Idee des Bürgeramtes will sie weiter mit Leben füllen. "Mir ist der persönliche Kontakt wichtig. Ich möchte die Menschen ernst nehmen und ihre Anliegen nicht nur verwalten. Auch wenn ich ein Amt leite, darf es hier ruhig ein bisschen menschlich zugehen." Daneben steht für sie im Fokus, die Abläufe in der Behörde möglichst bürgerfreundlich zu gestalten.

Im Jahr 1978 hat Susanne Twesten ihre Ausbildung bei der Hansestadt Lüneburg begonnen. Nach Stationen beim Sozial- und Schulamt stieß sie vor zwölf Jahren zum Team des Bürgeramts. Seit 2002 hat sie das Standesamt der Hansestadt Lüneburg geleitet. Ihr herzliches Wesen und ihre offene Art haben die gebürtige Recklinghausenerin fast zu einer Institution im Lüneburger Standesamt werden lassen. Als sie anfing, gab es nur einen Trausaal in der Stadt, mittlerweile können Paare zwischen vier verschiedenen Trausälen auswählen. Etliche Paare hat Susanne Twesten in den vergangenen Jahren getraut, gezählt hat sie sie nie. "Das darf man nicht", protestiert sie. "Es geht am Ende des Tages schließlich nicht um das Ergebnis, sondern darum, dass man jedem einzelnen Paar die Zeremonie so schön wie möglich gemacht hat."

Dass das oft gelungen sein muss, bezeugen die vielen Dankes-Karten und Fotos von Paaren, die die Wände ihres Büros im Bürgeramt zieren. Die schönen Erinnerungen wird sie bei einem Umzug innerhalb des Hauses natürlich mitnehmen. Und die eine oder andere Ehe will sie gern noch schließen, wenn die neue Aufgabe es zeitlich zulässt, verspricht Susanne Twesten. Den Löwenanteil aber gibt sie jetzt in andere Hände, die Position der Standesamts-Leitung ist ausgeschrieben. "Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis mich die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ausschließlich mit dem Standesamt in Verbindung bringen", sagt Twesten und schmunzelt. "Aber ich freue mich auf die neue Aufgabe."