72-jährige Lüneburgerin seit über 30 Jahren in der Suchtkrankenhilfe aktiv

Lüneburg, 09.11.2013 - Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Erika Scholz mit großem persönlichen Einsatz in der Suchtkrankenhilfe beim Blauen Kreuz in Lüneburg sowie im kirchlichen Bereich. Gestern erhielt sie dafür die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Oberbürgermeister Ulrich Mädge überreichte ihr die Auszeichnung im Traubensaal des Rathauses. Mädge freute sich besonders, dass in der Person von Erika Scholz eine jener Ehrenamtlichen gewürdigt werde, die "still, bescheiden und wie selbstverständlich ihren Dienst am Menschen tun".

Dabei sei ehrenamtlicher Einsatz in dieser Intensität so gar nicht selbstverständlich, betonte der Oberbürgermeister. "Sie sehen Menschen in Not und helfen selbstlos, unbürokratisch und völlig unabhängig vom Ansehen der Person“. Die Gesellschaft brauche Menschen wie Erika Scholz und könne dankbar sein, dass sie sie hat.

Seit etwa 1980 ist Erika Scholz Mitglied und seit 2001 Vorsitzende der Blaukreuzgruppe in Lüneburg, heißt es in der Begründung für die Entscheidung. Sie organisiert und begleitet die wöchentlichen Gruppenstunden. Besonders hervorzuheben sei ihre Bereitschaft, Tag und Nacht suchtkranken Menschen in Notsituationen zu helfen.

Das nimmt viel Zeit und Kraft in Anspruch, doch Erika Scholz wirkt mit ihren 72 Jahren sehr vital. Dank des Glaubens "kann ich meinen Alltag wunderbar bewältigen“, sagt sie, "das Ehrenamt macht mir Freude“. Die Familiengeschichte führte sie in die Arbeit für das Blaue Kreuz: "Damals brauchte mein Mann die Gruppe, irgendwann brauchte die Gruppe uns.“ Aber nicht allein für das Blaue Kreuz macht Erika Scholz sich stark. Daneben engagiert sie sich seit vielen Jahren in der Landeskirchlichen Gemeinschaft Lüneburg, seit 2003 als Vorsitzende. Dort begleite sie zum Beispiel Bibel- und Gesprächskreise, Familienangebote, Seniorenarbeit und Diakonie.

Gabriel Siller vom Diakonieverband der Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise sagte, Erika Scholz sei davon überzeugt, dass sich die Mühe für jeden Einzelnen lohne. Jürgen Paschke als Vertreter der Landeskirchlichen Gemeinschaften unterstrich in Richtung der Geehrten: "Glaube, Liebe Hoffnung - ich glaube, das sind die Werte, von denen Du lebst, sie prägen Deine Arbeit.“

Sie habe sich zunächst gar nicht freuen können über die Nachricht, bekannte Erika Scholz in ihrer Dankesrede. "Ich brauche keinen Orden, ich mache das, weil ich es möchte", seien ihre ersten Gedanken gewesen. Um das Ehrenamt an sich zu würdigen, habe sie sich dann doch entschlossen, die Auszeichnung anzunehmen. Mit ihr freuten sich ihr Mann Wolfgang, die sechs Kinder und Schwiegerkinder, vier Enkel und - als jüngster Gast - Urenkel Nick-Elias, gerade einmal zwölf Wochen auf der Welt.