Reinhart Günzel als Sprecher des Nachhaltigkeitsrats verabschiedet - Nachfolge übernimmt Sprechertam

Der bisherige Sprecher des Nachhaltigkeitsrates Reinhart Günzel (2.v.r.) übergibt an das Sprecherteam bestehend aus (v.l.) Jürgen Enkelmann, Claudia Kutzick und Prof. Dr. Thomas Schomerus. Foto: Stadt LüneburgLüneburg, 27.06.2019 - Global denken, lokal handeln. Das war schon immer der Grundsatz des Lüneburger Umwelt- und Klimaschützers Reinhart Günzel. Jetzt wurde der langjährige Sprecher des Nachhaltigkeitsrates bei einer Festveranstaltung aus seinem Amt verabschiedet. Oberbürgermeister Ulrich Mädge dankte dem 84-Jährigen, Reinhart Günzel habe "einen ganz entscheidenden Teil dazu beigetragen, die globalen Probleme unserer Zeit vor Ort anzupacken und etwas zu verändern.

Mit Musik, zahlreichen Gästen - unter ihnen auch BUND-Vorsitzender Hubert Weiger – und mit vielen Worten des Dankes und der Anerkennung wurde Günzel verabschiedet. 14 Jahre hatte er dieses Amt inne, den Nachhaltigkeitsrat hatte er 2005 selbst ins Leben gerufen. Lange bevor Schüler für ein besseres Klima demonstrierten, habe Günzel den Nachhaltigkeitsgedanken vorangetrieben und darauf gedrängt, beim Umweltschutz genauer hinzusehen. Mädge: "Du warst und bist ein unermüdliches Sprachrohr und Gewissen für den Umweltschutz hier in Lüneburg."

1980 wurde Günzel Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der Kreisgruppe Lüneburg, von 1982 bis 1999 war er dort der Vorsitzende, seit 1985 ist er im BUND-Landesvorstand. Dem Umweltschützer lagen besonders der Schutz der Elbe und des dortigen Biosphärenreservats am Herzen. Auch die Umsetzung der Agenda 21 vor Ort und der Zusammenhang zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialen Fragen waren stets ein zentrales Thema in der Arbeit von Günzel.

Die Vision, dass verschiedene Gruppen gemeinsam unter einem Dach für eine ökonomische, soziale und gerechte Welt arbeiten, hat Günzel als Mitbegründer des Heinrich-Böll-Hauses umgesetzt, das noch heute in Lüneburg ein Haus der Begegnung ist. Über den BUND war Günzel schließlich im Juni 2005 Mitbegründer des Lüneburger Nachhaltigkeitsrates. 

Als kleinen Lohn für seinen Einsatz erhielt Günzel bereits 2006 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 2014 bekam die Hansestadt Lüneburg außerdem den deutschen Nachhaltigkeitspreis verliehen. "Das war ein starkes Zeichen für Lüneburg als nachhaltige Hansestadt und eine Auszeichnung deines jahrlangen Engagements", würdigte Mädge den langjährigen Einsatz des 84-Jährigen. 

"Wir hoffen, als Hansestadt weiterhin so gut mit dem Nachhaltigkeitsrat zusammenzuarbeiten", sagte Mädge und wünschte dem neuen Sprecherteam bestehend aus Prof. Dr. Thomas Schomerus, Jürgen Enkelmann und Claudia Kutzick sowie dem Vertreter Dr. Frank Corleis alles Gute für dessen neue Aufgabe.