Hansestadt, 17.08.2011 - Der frühere Lüneburger Oberbürgermeister Alfred Trebchen ist jetzt im Alter von 95 Jahren in Lüneburg verstorben. Dies teilte die Stadt heute mit. Alfred Trebchen repräsentierte annähernd zwei Jahrzehnte lang ehrenamtlich die Stadt Lüneburg, zunächst von 1961 bis 1964 als Bürgermeister, dann von 1964 bis 1978 als Oberbürgermeister. Auf dem Rathaus der Hansestadt wehen die Flaggen bis auf weiteres auf Halbmast.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge würdigte den Einsatz und die Persönlichkeit seines Amtsvorgängers: „Alfred Trebchen war ein Mensch, der immer die Sache über die Parteipolitik stellte und die Menschen über die Sache.“ Zeitlebens sei es ihm wichtig gewesen, mit seiner Arbeit und seinen Überzeugungen die Menschen zu erreichen, ihr Vertrauen und ihre Herzen zu gewinnen – „das ist ihm gelungen“, so Mädge.

Alfred Trebchen wurde am 20. November 1915 in Sachsen geboren, er kam 1947 nach Lüneburg in die Geburtsstadt seiner ersten Frau. Als gelernter Maurer, der sich auf dem zweiten Bildungsweg weiter qualifizierte zum Geschäftsführer der Gewerkschaft ÖTV, stieg Trebchen im Jahr 1961 in die Lüneburger Politik ein. 1964 übernahm er das Ehrenamt des Oberbürgermeisters und bildete fortan gemeinsam mit Oberstadtdirektor Hans-Heinrich Stelljes ein erfolgreiches Gespann.

Die „Ära Trebchen“ steht für zahlreiche Entscheidungen wie die Bebauung der Wohnviertel Kreideberg und Kaltenmoor oder die Errichtung neuer Schulbauten - von den Berufsbildenden Schulen über das neue Johanneum, die Herderschule bis zu zahlreichen Real-, Haupt- und Grundschulen. Auch der Hafenausbau, der Bau der Friedrich-Ebert-Brücke, die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie in der Vrestorfer Heide und im Bilmer Strauch gehören zu den Entscheidungen dieser Zeit. Außerdem machte sich Alfred Trebchen stark für die Einrichtung von Fußgängerzonen, zuerst in der Lüneburger Bäckerstraße. Alfred Trebchen pflegte mit großem Engagement die internationalen Kontakte der Stadt und begründete die Städtepartnerschaften mit Clamart und Naruto.

An seinem 63. Geburtstag, im November 1978, nahm Alfred Trebchen seinen Abschied aus der Politik. Die Stadt Lüneburg verlieh ihm zu diesem Anlass den Ehrenring der Stadt. Drei Jahre später wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Seinen Ruhestand nutzte Lüneburgs Alt-Oberbürgermeister für Reisen, unter anderem zu den verschiedenen Orten in der Welt mit Namen Lüneburg. Im südafrikanischen Ort Lunenburg fand Alfred Trebchen nach dem Tod seiner ersten Ehefrau eine zweite Liebe und eine zweite Heimat.