Früherer Oberbürgermeister soll politische Mandate bei Sparkasse und Lüwobau übernehmen

Ulrich Mädge will in der Lüneburger Politik weiter mitmischen. Foto: LGheuteLüneburg, 24.11.2021 - Ulrich Mädge wird in der Lüneburger Politik weiter mitmischen. Lüneburgs früherer Oberbürgermeister soll für die SPD sowohl ein Mandat im Aufsichtsrat der Lüneburger Wohnungbau GmbH (Lüwobau) als auch im Verwaltungsrat der Sparkasse übernehmen. Dies bestätigte Mädge gegenüber LGheute. Einen möglichen Konflikt mit seiner Amtsnachfolgerin Claudia Kalisch sehe er durch die Wahrnehmung dieser Mandate nicht. Kontrovers könnte es dennoch werden.

"Nein, das Problem, dass ich meiner Amtsnachfolgerin in die Quere komme, sehe ich nicht", sagte Mädge in Bezug auf den ihm angebotenen Aufsichtsratsposten im Verwaltungsrat der Sparkasse. "Sollten hier politische Entscheidungen anstehen, würde ich mich auch zurücknehmen." Dazu werde es seiner Einschätzung nach aber nicht kommen. Vielmehr gehe es darum, in das Gremium erfahrene Leute zu entsenden, die ihr Know-how für das Geldinstitut einbringen können. Dass seine Parteikollegin, die SPD-Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende im Lüneburger Stadtrat Andrea Schröder-Ehlers, ihn gebeten habe, das Mandat zu übernehmen, habe ihn gefreut – "auch, wenn wir im Wahlkampf mal anderer Meinung waren". 

Der Einsatz von Ulrich Mädge sei in der Fraktion intensiv beraten worden, erklärte Schröder-Ehlers. Auch wenn beide Gremien nicht zu denen zählten, "die im Vordergrund stehen", sei es wichtig, hier mit "Experten" vertreten zu sein. Dies sei schon deshalb von Bedeutung, weil in beiden Einrichtungen wichtige Entscheidungen anstünden, sagte Schröder-Ehlers mit Bezug auf die Situation der Sparkasse. Die Lüwobau wiederum zähle aufgrund ihrer Wohnungsbaupolitik und der Schaffung von dauerhaften Sozialwohnungen zu den wichtigsten Unternehmen der Stadt, "und das soll auch so bleiben".

◼︎ Konflikt mit den Grünen nicht ausgeschlossen

In diesem Punkt könnte es aus Sicht von Mädge aber durchaus zu unterschiedlichen Auffassungen zwischen ihm als Vertreter der SPD im Aufsichtsrat der Lüwobau und Claudia Kalisch kommen, die ebenfalls das Mandat dort wahrnehmen will. "Mit dem Wohnungbau sollte man nicht spielen", sagte Mädge mit Bezug auf Pläne der Grünen, Teile der Lüwobau abzuspalten und sie in eine kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft zu integrieren. Hier hatte es bereits in der Vergangenheit häufiger Auseinandersetzungen zwischen ihm als damaligem Oberbürgermeister und den Grünen im Rat der Stadt gegeben.

Kritik an dem Vorgehen kam vom früheren Bundestagsabgeordneten Eckhard Pols, der für die Lüneburger CDU wieder in den Stadtrat einzieht. "Ulrich Mädge hat seine Zeit gehabt", findet Pols und zieht einen Vergleich zur Kirche: "Früher musste der Pastor die Gemeindegrenzen verlassen, um seinem Nachfolger nicht ins Gehege zu kommen. Unsere Vorfahren waren schon schlau." Beide, Pols und Mädge, werden sich übrigens schon bald gegenüber sitzen, denn auch der CDU-Politiker soll von seiner Fraktion das Lüwobau-Mandat erhalten.

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