04.08.2022 - Gibt es ein Recht auf laute Musik? Auf diese Frage lässt sich reduzieren, was derzeit von linken und grünen Jugendorganisationen in Lüneburg eingefordert wird. Um nichts anderes geht es bei dem Offenen Brief, mit dem sich nun ausgerechnet eine grüne Oberbürgermeisterin herumschlagen muss. Denn an sie ist das Papier adressiert. Tatsächlich aber geht es um Geld, das die Stadt für die Briefeschreiber und ihre Anhänger locker machen soll. Dass sie dabei auch versteckt Drohungen aussprechen, ist bemerkenswert.

Natürlich gibt es kein Recht auf laute Musik, das wissen auch die Unterzeichner des Offenen Briefes. Doch sie wollen Spaß mit viel Musik dort, wo Konflikte vorprogrammiert sind: nämlich an öffentlichen Orten, an denen andere Menschen auch andere Bedürfnisse haben. Damit dies nicht in Beschimpfungen oder handfesten Auseinandersetzungen ausartet, gibt es Gesetze. Eines davon besagt, dass ab 22 Uhr Schluss ist mit Lärm. Wenn das nicht akzeptiert wird, muss die Stadt als Ordnungshüterin einschreiten.

Dass dies ausgerechnet von den demokratiebeseelten Gruppierungen der Linken und Grünen in Frage gestellt wird, verwundert dann doch. Natürlich braucht auch ihre Klientel Räume, in denen sie sich und ihre Ideale ausleben können. Nur: Die gibt es in der Stadt bereits zur Genüge, ob die Einrichtungen in der Katzenstraße oder die Finke, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Das Problem hierbei: Das sind nicht die Orte, wo die Youngster am Samstagabend gern sein und feiern möchten. Stint und Umgebung sind da schon attraktiver. Pech nur, dass hier auch andere Menschen zusammenkommen, die erstaunlicher Weise keinen Bock auf aufgedrehte Ghetto-Blaster haben.

Das hindert die linksgrüne Jugend indes nicht daran, absurde Forderungen zu stellen: noch mehr Räume für sie, finanziert von der Stadt, sprich von uns allen. Hallo??? Niemand hindert sie daran, sich am Stint oder sonstwo in der Stadt aufzuhalten und zu treffen und die ganze Nacht hindurch über soziale Ungerechtigkeiten zu diskutieren. Aber bitte ohne Beschallungsanlage.

Ein Punkt in dem Brief aber ist besonders dreist. Dort heißt es: "Außerdem möchten wir verhindern, dass Menschen auf Naturschutzgebiete wie den Wilschenbruch ausweichen, und dort möglicherweise Verschmutzungen verursachen." Das ist nichts anderes als eine versteckte Drohung mit Umweltfreveln, ausgesprochen ausgerechnet von den Grünen und ihren Followern. Alle Achtung!

Hinter all dem aber steckt letztlich eins: Die Forderung nach Räumen und Personal für vermeintliche Jugendarbeit – finanziert vom Steuerzahler –, damit auch diejenigen weiter Beschäftigung haben, die sonst womöglich einer geregelten Arbeit nachgehen müssten. Der Offene Brief ist insofern nichts anderes als eine linksgrüne Offenbarung.

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Platzverbot für Jugendliche?"