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Rechnung ohne die Natur gemacht

24.11.2025 - Damit hatte Miriam Staudte vermutlich nicht gerechnet. 2023 schockte die Grüne Landwirtschaftsministerin in Hannover die Region noch mit der Ankündigung, anstelle einer Brücke künftig nur noch Fähr-Verbindungen über die Elbe in den Blick nehmen zu wollen. Der Landkreis Lüneburg war entsetzt und sah das dringend benötigte Geld aus Hannover für seine Brücken-Pläne schwinden. Doch dann wurden die Pläne der Grünen-Politikerin gerade durch das zunichte gemacht, was den Grünen besonders am Herzen liegt: der Klimawandel. Dieser sorgte dafür, dass die Fähre in Neu Darchau in diesem Jahr so lange am Ufer bleiben musste wie noch nie. Davon aber wollen Staudte & Co. nichts wissen – und retten sich in Schein-Lösungen. 

"Innovative Handlungsansätze", "Verbesserung durch enge Zusammenarbeit", "starkes Zeichen für die Zukunft der Mobilität an der Elbe" – so lauten nur einige der Sprechblasen, mit denen Hannover zu retten versucht, was nicht mehr zu retten ist: eine verlässliche Fähr-Verbindung über die Elbe zwischen Lauenburg und Dömitz. Davor kann zwar selbst die rot-grüne Landesregierung angesichts der dramatisch gestiegenen Ausfälle bei den Fährzeiten die Augen nicht mehr verschließen, doch es wären ja keine Politiker, wenn sie nicht glaubten, dies nicht doch durch irgendwelche "Handlungsansätze" korrigieren zu können – auch wenn sie noch so unsinnig sind.

Denn selbst Miriam Staudte dürfte nicht entgangen sein, dass auch das grünste Fähr-Konzept nicht funktioniert, wenn dafür entweder zu viel, zu wenig oder nur noch gefrorenes Wasser zur Verfügung steht.

Doch Politik zeichnet sich ja bekanntlich nicht durch Umsetzung des Sinnvollen, sondern durch Herbeireden des Wünschbaren aus. Und weil schon bald auch in Niedersachsen wieder Wahlen anstehen, will man es sich zumindest mit den treu Ergebenen nicht verderben. Wer verzichtet schon gern auf den stattlich bezahlten Abgeordneten-Platz im Leine-Landtag. Deshalb wird frühzeitig an einem Szenario gearbeitet, mit dem sich zu gegebener Zeit behaupten lässt, man habe ja alles für die Rettung der Natur unternommen. Dumm nur, dass ausgerechnet das Klima da nicht mitmacht.

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Neues Fähr-Programm soll Probleme lindern"

 

 

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