Hannover will mit "Handlungsprogramm" die Fähr-Situation an der Elbe verbessern
Hannover, 24.11.2025 - Kaputte Fähren, häufige Wartungsintervalle, Niedrigwasser, Hochwasser, Eisgang – wer zwischen Lauenburg und Dömitz über die Elbe will, wird nicht selten auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Denn immer wieder fallen die beiden hier verkehrenden Fähren aus, in diesem Jahr so häufig wie noch nie. Der Landkreis Lüneburg setzt deshalb weiter auf den Bau einer Brücke bei Neu Darchau. Auch die Landesregierung in Hannover Hannover will die Situation verbessern – durch Verbesserung der Verlässlichkeit des Fährbetriebs.
"Handlungsprogramm Fährverkehre Neu Darchau und Bleckede" heißt die Idee, mit der das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen gemeinsam mit Vertretern des Amts für regionale Landesentwicklung Lüneburg, des Landwirtschaftsministeriums sowie kommunalen Spitzen die Fährsituation im Raum Bleckede/Darchau verbessern wollen. Ziel sei es, die Querung der Elbe für die Menschen "kurzfristig zu verbessern und die vorhandene Expertise vor Ort systematisch zu nutzen".
Vereinbart wurde die Sammlung konkreter Maßnahmenvorschläge sowie die Verabredung zur weiteren Zusammenarbeit, teilte Hannover mit. Auch sollen themenbezogene Arbeitsgruppen zum verlässlichen Fährbetrieb, zu Tarifmodellen und Bezahlsystemen sowie zur Instandhaltung der Fahrrinnen gebildet werden. Bis zum Frühjahr 2026 sollen konkrete Inhalte vorliegen. Eine Abschlussveranstaltung ist für Mai 2026 geplant.
Die beiden Ministerien begrüßten die "positive Entwicklung in der Region" und betonten, dass ein sachlicher Austausch möglich sei und die Region gemeinsam an einem Strang ziehe. Erste Schritte zur Verbesserung der Fährverbindungen seien bereits erfolgt. So nennt die Anschaffung der neuen Fähre für Bleckede durch den Landkreis Lüneburgund die Ertüchtigung der Anleger mit Unterstützung des Landes. Die Inbetriebnahme der neuen Fähre ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Auch der Landkreis Lüchow-Dannenberg und die Gemeinde Neu Darchau treiben Hannover zufolge die Beschaffung einer neuen Fähre für die Verbindung Neu Darchau/Darchau voran. Das Land Niedersachsen hat hierfür eine Förderung aus dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz in Aussicht gestellt.
Zur Notwendigkeit einer Brücke angesichts der dramatischen Fähr-Ausfälle wurde nichts mitgeteilt.
◼︎ Stimmen aus der Politik
Für Wirtschafts-Staatsekretär Matthias Wunderling-Weilbier ist das neue Handlungsprogramm ein "starkes Zeichen für die Zukunft der Mobilität an der Elbe".
Lüneburgs Landrat Jens Böther ließ es sich dennoch nicht nehmen, das jetzt Vorgestellte "als Übergangslösung" zu bezeichnen, bis die Brücke in Neu Darchau fertiggestellt ist. "Vor allem auf die sich in diesem Jahr dramatisch erhöhten Ausfallzeiten müssen wir im Sinne der Menschen in der Region Antworten finden."
Dagmar Schulz, Landrätin des Landkreises Lüchow-Dannenberg, sprach sich erneut für das Fährkonzept aus. "Die notwendige Elbquerung für Berufstätige, Schülerinnen und Schüler, landwirtschaftlichen Verkehr sowie Tourismus soll durch engere Zusammenarbeit verbessert werden. Vor allem für die Menschen im Amt Neuhaus ist das eine wichtige Erleichterung im Alltag."
Martina Weber, Abteilungsleiterin Raumordnung im Landwirtschaftsministerium, wo die Idee unter Federführung der Grünen Ministerin Miriam Staudte entwickelt wurde, betrachtet das Fährkonzept nicht als "keine Übergangslösung". Zugleich sehe sie trotz unterschiedlicher Auffassung der Beteiligten "Gemeinsamkeiten zum Wohle der Menschen".
Dennis Neumann, Bürgermeister der Stadt Bleckede, begrüßte "die Aufnahme konstruktiver Gespräche und Überlegungen".
Andreas Gehrke, Bürgermeister der Gemeinde Amt Neuhaus, wurde da schon deutlicher: "Besonders wichtig ist, dass die Förderung der Flachwasserfähre nicht in Behinderung zur Förderung der Elbbrücke vor Ort steht."
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