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Feigenblatt

28.11.2025 - Wer Lüneburgs Innenstadt aufsucht, gönnt sich bei schönem Wetter gern auch mal einen Kaffee oder Imbiss im Freien, vor allem dort, wo das Stadtleben pulsiert: am Platz Am Sande, am Markt, in der Schröderstraße, am Schrangenplatz und natürlich auch am Stint. Überall stehen gastronomische Betriebe bereit, einen smileygen Café Latte, einen gepflegten Grauburgunder und natürlich auch Handfestes für den hungrigen Gast zu servieren. Denn wie andernorts dürfen auch Lüneburgs Gastronomen ihre Tische und Stühle vor ihren Lokalen aufstellen, vorausgesetzt, sie zahlen dafür. Das aber macht die Bürgerrats-Empfehlung zur Farce.

Es sind wohl einige zehn- oder wohl eher hundertausend Euro, die die Stadt jährlich einnimmt, indem sie Flächen für die sogenannte Außen-Gastronomie freigibt. Wieviel es genau ist, das zu ermitteln, fällt selbst Doppik-Kennern nicht ganz leicht. Klar aber ist: Die Außen-Gastronomie ist eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt, die bekanntlich unter einem 50-Millionen-Haushaltsloch leidet.

Insofern nimmt es zynische Züge an, wenn ausgerechnet der themengesteuerte Bürgerrat auf den Weg gebracht wird, ausgerechnet hier für Abhilfe zu sorgen. Er sollte aufpassen, sich nicht von einer Stadtverwaltung als Feigenblatt instrumentalisieren zu lassen.  

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Indoorspiele statt Konsumzwang"

 

 

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