25.08.2026 - Schön, dass die neue Fähre nun bald fährt. Warum aber ausgerechnet eine neue Fähre die Menschen links und rechts der Elbe beglücken soll, dürfte vermutlich noch nicht einmal Miriam Staudte erklären können. Sie ist die Grüne Landwirtschaftsministerin in Hannover und unternimmt seit Jahren alles, um den Bau einer neuen Brücke über die Elbe zu verhindern. So soll ein ministeriell verordnetes Fährkonzept für Ordnung und Verlässlichkeit sorgen, obwohl ausgerechnet die Natur es ist, die sich mit Dauer-Niedrigwasserständen vehement dagegenstellt. Doch die Grünen wären nicht die Grünen, wenn sie nicht auch mit diesem inneren Widerspruch leben könnten.
Irgendwann muss man sich entscheiden: Will man Klimaneutralität oder nicht? Oder auch: Will man Atomkraftwerke oder nicht? Runtergebrochen auf den Landkreis Lüneburg heißt dies: Will man weiter auf Fähren setzen, die immer häufiger am Ufer stehen bleiben müssen, weil die Elbe zu wenig Wasser führt, oder akzeptiert man vielleicht doch den Bau einer Brücke, weil der gerade von den Grünen beschworene Klimawandel einen solchen Schritt erforderlich macht? Weil aber die eigenen ideologisch aufgebauten Festungen ungleich schwerer aufzugeben sind als die der anderen zu attackieren, gilt aus Hannover weiter die Vorgabe: Fähre statt Brücke.
Dies aber macht selbst aus Sicht der Grünen keinen Sinn. Wer dauerhaft den Klimawandel im Munde führt, sollte sich irgendwann auch mal mit dessen Folgen beschäftigen. Hieraus aber auf die Sinnhaftigkeit einer Brücke zu schließen, hieße, von den Grünen zu verlangen, aus Einsicht auch wieder dem Bau von Kernkraftwerken zuzustimmen. Weil dies selbst von dem konservativsten Grünen nicht zu erwarten ist, wird also weiter an einem Fährkonzept festgehalten, das schon jetzt zum Scheitern verurteilt ist. Dass nun ausgerechnet die Natur die Grünen zum Umdenken nötigt, werden wohl nur die wenigsten von ihnen bereitwillig akzeptieren.
Das Rot-Grüne Hannover interessiert dies ohnehin nicht. Denn nicht die Landesregierung dort, sondern der Landkreis, der hier dafür Sorge tragen muss, dass die Menschen diesseits und jenseits der Elbe halbwegs verlässlich über den Fluss kommen, ist in diesem Part der Dumme. Er muss Geld für Fähren ausgeben, obwohl er eigentlich eine Brücke will. Das ist Politik. Die ist für viele zwar kaum noch nachvollziehbar, kostet aber wie so oft sinnlose Millionen.
Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Alle Prüfungen bestanden"

