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Können Sie's besser, Frau Schröder-Ehlers?

LGheute-Serie zu den Herausforderern von Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch – Teil 5

Andrea Schröder-Ehlers. Foto: privatLüneburg, 18.08.2026 - Seit fast fünf Jahren ist Claudia Kalisch im Amt. Politik und Amtsführung der Grünen Oberbürgermeisterin von Lüneburg sind den meisten hinlänglich bekannt, auch ihre nicht selten umstrittenen Ergebnisse. Am 13. September will sie wiedergewählt werden. Doch sie hat Herausforderer, sieben an der Zahl. Was aber haben die Lüneburger von ihnen zu erwarten? Und: Können sie es auch besser als die Amtsinhaberin? Das ist das Thema dieser sechsteiligen Serie, die heute mit Andrea Schröder-Ehlers (SPD) in die nächste Runde geht.

Sieben Kandidaten treten gegen Amtsinhaberin Claudia Kalisch an, die zwar Grüne ist, dies bei der Wahl aber lieber unerwähnt lassen möchte. In alphabetischer Reihenfolge sind dies: Mats Dedow (Die Partei), Heiko Meyer (parteilos), Michèl Pauly (Volt), Thorben Peters (Die Linke), Patrick Pietruck (CDU), Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Frank Soldan (FDP). Sie antworten sie auf die Frage "Können Sie's besser?". Einzige Vorgabe: nicht mehr als 300 Wörter.

Auf eine Anfrage bei Mats Dedow von der Partei "Die Partei" hat die Redaktion verzichtet, sie hat ihr Programm mit ihrem Wahlplakat "Fickt Euch doch alle!" hinreichend beschrieben. 

◼︎ Hier die Antwort von Andrea Schröder-Ehlers

Meine Stärken, die ich in das Amt der Oberbürgermeisterin einbringen möchte, liegen vor allem in meiner langjährigen Verwaltungserfahrung. Ich habe Jura studiert und war bei der Bezirksregierung in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung tätig. Anschließend leitete ich zehn Jahre lang bei der Hansestadt Lüneburg den Fachbereich Sicherheit, Umwelt, Verkehr und Bürgerservice. Auch während meiner Zeit als Landtagsabgeordnete habe ich die Stadt- und Regionalpolitik in und um Lüneburg intensiv begleitet.

Heute bin ich Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landesrechnungshofes. Dort befasse ich mich insbesondere mit der Digitalisierung der Verwaltung sowie mit Organisations- und Personalfragen.

Gerade in einer Zeit, in der es um Entbürokratisierung und den verantwortungsvollen Einsatz digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung geht, stehen wir vor einem tiefgreifenden Kultur- und Organisationswandel. Dieser Wandel kann nur gelingen, wenn wir ihn gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestalten.

Zugleich müssen wir wieder zu einem besseren Miteinander in der Stadtpolitik finden. Bei allen politischen Unterschieden sind wir gemeinsam gefordert, immer wieder tragfähige Kompromisse zum Wohl unserer Stadt und der Menschen, die hier leben, zu finden.

Dabei leitet mich ein klares Ziel: Ich möchte dazu beitragen, dass Lüneburg zu einer der familienfreundlichsten Städte wird. Familie ist für mich überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, sich gegenseitig unterstützen und füreinander einstehen.

Damit dies gelingt, brauchen Familien gute Rahmenbedingungen: bezahlbaren Wohnraum, attraktive Arbeitsplätze, Mobilität für alle, verlässliche Angebote für Kinder, Jugendliche und Eltern sowie eine angemessene Unterstützung im Alter. All das zeichnet eine lebens- und liebenswerte Stadt aus.

Um diese Ziele zu erreichen, müssen wir endlich wieder besser mit dem Landkreis zusammenarbeiten. Das Stadtgebiet Lüneburgs ist vergleichsweise klein. Eine erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Wirtschaft, unserer Umwelt, unserer sozialen Angebote und unserer Kultur kann deshalb nur gemeinsam mit unseren Nachbargemeinden und dem Landkreis gelingen.

Seit dem 2. August gilt gemäß § 50 der KI-Verordnung der Europäischen Union eine Kennzeichnungspflicht für bestimmte KI-unterstützte Texte. Für ihren Text macht Andrea Schröder-Ehlers dazu folgende Angabe: "Der Text ist nicht mit KI geschrieben."

◼︎ In der Serie bisher erschienen

 

 

 

Kommentare  
Frau Schröder-Ehlers nutzt die eine Hälfte des vorgegebenen 300 Wörter-Limits für ein Kurzreferat ihrer Bildungs- und Erwerbsbiografie, die sie als eine Imponiergeschichte präsentiert: "Meine STÄRKEN, die ich in das Amt der Oberbürgermeisterin einbringen möchte".

Dass langjähriges Wirken aus einer hinteren Reihe wenig über das Vermögen zum erfolgreichen Bewältigen von politischen Führungsaufgaben an der Spitze besagt, sollte sie allerdings wissen. Olaf Scholz, der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, der in größerem Rahmen auf einen vergleichbaren Vorlauf zurückblicken konnte, war - vor dem Erscheinen von Friedrich Merz - der Amtsinhaber mit den niedrigsten Beliebtheitswerten seit der Wiedervereinigung.

Warum erwähnt Frau Schröder-Ehlers nicht, dass sie von 2009 bis 2023 Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Lüneburg war und seit 2011 bis heute Mitglied des Kreistages ist? Außerdem ist sie seit dem 1. Oktober 2020 SPD-Ratsfrau im Rat der Hansestadt, war dort Fraktionsvorsitzende vom 01.11. 2021 bis zum 3.09.2023 und ist im Mobilitätsgrundsatzausschuss seit dem 01.11.2021 "Beschließendes Mitglied" für die SPD-Kreistagsfraktion.

Gute Zusammenarbeit mit dem Lankreis, Wohnraum, Arbeitsplätze, Mobilität, Angebote für Kinder, Jugendliche, Eltern und Senioren? Da also spielt Frau Schröder-Ehlers schon lange eine Rolle. Wie sollte sie sich hier denn selbst noch übertreffen können?

Verwaltungsmodernisierung "kann nur gelingen, wenn wir sie gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestalten"? Ja, aber wer hinderte die Ratsdame Schröder-Ehlers bisher, diese "Wir-Gemeinsamkeit" zu fördern?

Familie ist "überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, sich gegenseitig unterstützen und füreinander einstehen"? Also ist "Familie" auch im Rat der Hansestadt? Das liegt sicher zu nicht geringen Teilen an Andrea Schröder-Ehlers.
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