LGheute-Serie zu den Herausforderern von Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch – Teil 3
Lüneburg, 09.08.2026 - Seit fast fünf Jahren ist Claudia Kalisch im Amt. Politik und Amtsführung der Grünen Oberbürgermeisterin von Lüneburg sind den meisten hinlänglich bekannt, auch ihre nicht selten umstrittenen Ergebnisse. Am 13. September will sie wiedergewählt werden. Doch sie hat Herausforderer, sieben an der Zahl. Was aber haben die Lüneburger von ihnen zu erwarten? Und: Können sie es auch besser als die Amtsinhaberin? Das ist das Thema dieser – nun sechsteiligen – Serie, die heute mit dem parteilosen Heiko Meyer in die nächste Runde geht.
Sieben Kandidaten treten gegen Amtsinhaberin Claudia Kalisch an, die zwar Grüne ist, dies bei der Wahl aber lieber unerwähnt lassen möchte. In alphabetischer Reihenfolge sind dies: Mats Dedow (Die Partei), Heiko Meyer (parteilos), Michèl Pauly (Volt), Thorben Peters (Die Linke), Patrick Pietruck (CDU), Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Frank Soldan (FDP). In dieser Reihenfolge antworten sie auf die Frage "Können Sie's besser?". Einzige Vorgabe: nicht mehr als 300 Wörter.
Auf eine Anfrage bei Mats Dedow von der Partei "Die Partei" hat die Redaktion verzichtet, sie hat ihr Programm mit ihrem Wahlplakat "Fickt Euch doch alle!" hinreichend beschrieben. Angefragt wurde auch bei Heiko Meyer, der zunächst keinen Text zum Stichtag lieferte, sich nun aber doch umentschieden hat. Im Interesse der LGheute-Leser holen wir seinen Beitrag deshalb heute nach.
◼︎ Hier die Antwort von Heiko Meyer
Als unabhängiger Kandidat kann ich ohne Rücksichtnahme auf die "großen" Parteiinteressen arbeiten. Ich muss nicht darauf warten, was "die Parteispitze in Hannover" dazu sagt.
Wir in Lüneburg müssen schnellstens Antworten auf drängende Fragen der Stadtentwicklung finden:
1. Wie verändern wir das aktuelle Stadtbild?
2. Wie gehen wir mit der wachsenden Drogenkriminalität um?
3. Wir brauchen schnell mehr Wohnungen.
4. Wie wollen wir zukünftig in unserer schönen Stadt miteinander leben?
5. Wie können wir den Verkehr besser organisieren?
6. Wir müssen Freizeitorte schaffen, für Tag und Nacht.
und, und, und...
Dabei müssen wir uns gerade auch um diejenigen kümmern, die nicht in Bürgerinitiativen oder NGOs organisiert sind und am lautesten rufen.
Die letzten fünf Jahre haben deutlich gezeigt, dass unsere Stadt eine starke Führung braucht. Starke Führung bedeutet, dass ein auf allen Ebenen aktiver und präsenter Oberbürgermeister die verschiedenen Interessen integriert, um mehr für unsere Stadt zu ermöglichen als es bisher der Fall war. Dafür stehe ich.
Ein aktuelles Beispiel: Die derzeitige Stadtverwaltung hat nach viel zu langer Zeit auch erkannt, dass für Hilfe und Unterstützung suchende Drogensüchtige eine Anlaufstelle in der Nähe der Innenstadt geschaffen werden muss. Leider hat man ein leerstehendes Haus in der Schießgrabenstraße für diese Zwecke vorgesehen, das als Anlaufstelle für Drogenkranke absolut ungeeignet ist. Ich möchte gar nicht auf die weiteren Aspekte eingehen, wie zum Beispiel das Vorhaben, in den oberen Geschossen junge Mütter mit kleinen Kindern unterzubringen. Es wäre vielmehr sinnvoll gewesen, den großen Bestand der bestehenden städtischen Immobilien für diesen Zweck zu prüfen.
Ein abschließendes Beispiel zum Wohnungsbau darf an dieser Stelle nicht fehlen, weil die Wohnungsnot immer weiter ansteigt. Die Erschließung des Baugebiets "Wienebütteler Weg" hat sich fünf Jahre hingezogen, nur ein einziges Haus ist derzeit im Bau. Mit diesem Tempo lösen wir unsere Wohnungsprobleme nie.
Seit dem 2. August gilt gemäß § 50 der KI-Verordnung der Europäischen Union eine Kennzeichnungspflicht für bestimmte KI-unterstützte Texte. Für seinen Text macht Heiko Meyer dazu folgende Angabe: "Mein Text ist ohne KI-Unterstützung entstanden."
◼︎ In der Serie bisher erschienen
- 06.08.2026: Können Sie's besser, Herr Peters?
- 03.08.2026: Können Sie's besser, Herr Pauly?


Denn Antworten, besonders Lüneburg-spezifische Antworten hat Herr Meyer leider nicht zu bieten. Was es für ihn konkret heißen könnte, „die verschiedenen Interessen zu integrieren, um mehr für unsere Stadt zu ermöglichen als das bisher der Fall war“, und wie er das genau anstellen möchte, ist an keiner einzigen Stelle fassbar. Damit, „den großen Bestand der bestehenden städtischen Immobilien für einen bestimmten Zweck zu prüfen“, wäre noch lange gar nichts „umgesetzt“.
Wenn „starke Führung“ wirklich bedeutet, „dass ein auf allen Ebenen aktiver und präsenter“ Tausendsassa immerzu um jede Ecke düst und mitredet, braucht Herr Meyer das Amt des Oberbürgermeisters doch gar nicht mehr anzustreben, denn das Auch-überall-mit-Dabeisein ist ja seine Hauptbeschäftigung seit Jahr und Tag.
Zuletzt bleibt auch unklar, wie unabhängig ein „unabhängiger Kandidat“ wirklich sein kann, der als Vorsitzender der Handelsorganisation LCM unter das Dach der „Unabhängigen Wählergemeinschaft“ geschlüpft ist. Kann er tatsächlich „ohne Rücksichtnahme“ auf die Leitlinien der "großen" Wählergemeinschaftsinteressen arbeiten? Muss nicht auch er manchmal darauf warten, was "die Organspitzen des Zusammenschlusses von Bürgerinnen und Bürgern" dazu sagen, was Herr Meyer so meint und möchte? Wo - außer in der FIFA - gibt es Gruppen ohne Cäsaren oder Gruppendruck?