LGheute-Serie zu den Herausforderern von Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch – Teil 2
Lüneburg, 06.08.2026 - Seit fast fünf Jahren ist Claudia Kalisch im Amt. Politik und Amtsführung der Grünen Oberbürgermeisterin von Lüneburg sind den meisten hinlänglich bekannt, auch ihre nicht selten umstrittenen Ergebnisse. Am 13. September will sie wiedergewählt werden. Doch sie hat Herausforderer, sieben an der Zahl. Was aber haben die Lüneburger von ihnen zu erwarten? Und: Können sie es auch besser als die Amtsinhaberin? Das ist das Thema dieser fünfteiligen Serie, die heute mit Thorben Peters von der Partei "Die Linke" in die nächste Runde geht.
Sieben Kandidaten treten gegen Amtsinhaberin Claudia Kalisch an, die zwar Grüne ist, dies bei der Wahl aber lieber unerwähnt lassen möchte. In alphabetischer Reihenfolge sind dies: Mats Dedow (Die Partei), Heiko Meyer (parteilos), Michèl Pauly (Volt), Thorben Peters (Die Linke), Patrick Pietruck (CDU), Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Frank Soldan (FDP). In dieser Reihenfolge antworten sie auf die Frage "Können Sie's besser?". Einzige Vorgabe: nicht mehr als 300 Wörter.
Auf eine Anfrage bei Mats Dedow von der Partei "Die Partei" hat die Redaktion verzichtet, sie hat ihr Programm mit ihrem Wahlplakat "Fickt Euch doch alle!" hinreichend beschrieben. Angefragt wurde auch bei Heiko Meyer, der aber keinen Text zum Stichtag lieferte.
◼︎ Hier die Antwort von Thorben Peters
Lüneburg braucht einen Wechsel der Prioritäten. Ich möchte Lüneburg sozialer regieren.
Die vergangenen Jahre waren geprägt von vielen guten Konzepten und Strategien. Das eigentliche Problem ist aus meiner Sicht aber nicht fehlende Erkenntnis, sondern fehlende Umsetzung. Bezahlbarer Wohnraum entsteht zu langsam, die Mieten steigen weiter, soziale Angebote arbeiten am Limit und viele Menschen haben das Gefühl, dass ihre alltäglichen Sorgen nicht ausreichend im Mittelpunkt stehen.
Ich komme nicht aus der Verwaltung, sondern aus der sozialen Praxis. Seit vielen Jahren arbeite ich mit Menschen, die von Wohnungsnot, Armut oder Ausgrenzung betroffen sind. Ebenso engagiere ich mich seit vielen Jahren in der Zivilgesellschaft, unter anderem in der Jugendarbeit sowie im Kampf gegen Rechtsextremismus. Diese Erfahrungen haben mich geprägt. Sie haben mir gezeigt, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht von oben verordnet wird, sondern entsteht, wenn Menschen auf Augenhöhe zusammenarbeiten.
Politisch unterscheidet mich außerdem eine klare Überzeugung: Ich glaube nicht, dass der Markt soziale Probleme von allein löst. Wohnen, Mobilität, Bildung und Daseinsvorsorge sind keine Waren wie jede andere, sondern Grundlagen eines guten Lebens. Deshalb sehe ich die Aufgabe der Stadt darin, das Gemeinwohl stärker zu schützen als kurzfristige wirtschaftliche Interessen.
Als Oberbürgermeister möchte ich eine Verwaltung, die Probleme nicht verwaltet, sondern gemeinsam mit den Menschen löst. Wohnen würde ich zur Chefsache machen, den sozialen Zusammenhalt stärken und soziale Fragen bei allen wichtigen Entscheidungen mitdenken.
Mir geht es um einen Perspektivwechsel. Ich möchte, dass sich Menschen wieder darauf verlassen können, dass ihre Stadt ihre Lebenswirklichkeit und Ideen ernst nimmt. Daran würde ich mich messen lassen.
Seit dem 2. August gilt gemäß § 50 der KI-Verordnung der Europäischen Union eine Kennzeichnungspflicht für bestimmte KI-unterstützte Texte. Für seinen Text macht Thorben Peters dazu folgende Angabe: "Der Text wurde von mir verfasst. Lediglich beim Kürzen hat KI geholfen. Gemäß der textlichen Kennzeichnungspflicht handelt es sich damit nicht um einen KI-generierten Text."
◼︎ In der Serie bisher erschienen
- 03.08.2026: Können Sie's besser, Herr Pauly?

