06.10.2020 - Dass man sich im Kreistag und Kreishaus Gedanken um den Wasserverbrauch macht, dagegen spricht erstmal nichts. Wasser ist nun mal eine Ressource, die sich gerade bei steigenden Temperaturen und zunehmender Trockenheit schnell in Luft auflöst. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Mengen genau im Blick zu behalten. Dass dafür aber ein Wassermanagement-Konzept erstellt werden muss, überrascht dann doch. Lässt es doch den Umkehrschluss zu, dass die dafür zuständigen Behörden bislang im Dunkeln tappen. Oder steckt hinter der plötzlichen Aktivität der Politiker und des Landkreises gar etwas anderes?

Ein Konzept in Auftrag zu geben, verschafft zunächst einmal Zeit – und nimmt den Druck, der sich in der politischen Wasserleitung zuletzt mächtig aufgebaut hat. Denn offenbar haben Politik und Behörden die Kraft der Bürgerinitiative "Unser Wasser", die sich in der Region für einen anderen Umgang mit der Nutzung des Grundwassers einsetzt, deutlich unterschätzt. 

Da hilft es, den Blick von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken und ihn erwartungsfroh auf ein Konzept zu lenken, das vermutlich auch nichts anderes liefern wird als das, was ohnehin längst bekannt ist: dass die Ressourcen begrenzt sind. Dass man sich dafür auch noch einen großen Schluck aus der scheinbar ewig sprudelnden Steuergeldquelle gönnt, macht es nicht besser. 

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Klarerer Blick aufs Wasser"