09.06.2021 - Die Uhr tickt. Nicht wegen des Klimawandels, der kommt so oder so oder auch nicht. Nein, sie tickt wegen der Wahl, der am 26. September. Denn wie immer, wenn der Ruf zu den Wahlkabinen ansteht, gilt es, sich als Politiker rechtzeitig in Stellung zu bringen. Dabei zählt inzwischen jede Minute. Das haben Eckhard Pols und Hiltrud Lotze heute demonstriert. Beide wollten Erster sein bei der Übermittlung der frohen Millionen-Kunde fürs bedrohte Klima. Doch wozu eigentlich?

14.32 Uhr: Hiltrud Lotze, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Lüneburg, meldet sich mit der Nachricht, dass der Bund mehr als eine Million Euro für zwei Klima-Projekte in Lüneburg ausgeben will. Fünf Minuten später, es ist 14.37 Uhr, trifft die zweite Meldung ein, dieses Mal von Eckhard Pols, CDU-Bundestagsabgeordneter, ebenfalls aus Lüneburg, ebenfalls mit der Nachricht über die Förder-Million des Bundes. 

Man freue sich, dass das Geld aus Berlin fließe, dafür habe man sich auch echt stark gemacht, versichern beide, natürlich unabhängig voneinander.

Ob die Projekte Sinn machen, ob das viele Geld nicht vielleicht woanders besser angelegt wäre, darüber kein Wort. Wozu auch? Klima verkauft sich in Zeiten, in denen der Sommer drei Jahre hintereinander mal länger als üblich ist, wie geschnitten Brot. Und weil die Grünen trotz Annalena und ihrer vergessenen Nebeneinkünfte und ihres inzwischen arg zurechtgestutzten Lebenslaufs beim Thema Klima immer noch den Ton angeben, muss von den Regierungsparteien CDU und SPD dagegen gehalten werden – koste es, was es wolle.

Doch was bewirken die Maßnahmen? Sind deren Wirkungen oder Ergebnisse messbar? Nein? Warum machen wir es dann? Weil es die Förderprogramme nun mal gibt. Und warum gibt es sie? Weil das Klima gerettet werden muss. Vor uns? Nein, natürlich mit uns, schließlich sind wir ja auch fürs Klima verantwortlich. Ach. Und wie kamen die letzten Eiszeiten zustande? Wer solche Fragen stellt, hat immer noch nicht verstanden, wie Politik funktioniert und warum es Förderprogramme gibt.

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Eine Million Euro für zwei Klima-Projekte"