23.11.2021 - Nun kommt er also doch, der Lüneburger Weihnachtsmarkt. Zwar mit Einschränkungen, und auch ein Abbruch wird nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Das aber nur, wenn sich die Infektionszahlen dramatisch verschlechtern. Dieser Vorbehalt ist sicher richtig. Angesichts der Entwicklung der Infektionszahlen, die dieser Tage überall in Deutschland in die Höhe schießen, aber muss man sich fragen, worauf Lüneburg eigentlich noch wartet? Auf Zustände wie in Bayern oder Sachsen?

Wo ist das vorausschauende Handeln der Verantwortlichen? Jeder, der Verantwortung kennt und gewissenhaft damit umgeht, weiß, dass Gefahren am besten dadurch abgewendet werden können, indem man sie gar nicht erst an sich heranlässt. Das ist zwar nicht immer möglich, sollte aber stets dann vorgenommen werden, solange noch Zeit dafür ist.

Maßnahmen erst dann zu ergreifen, wenn das Problem bereits da ist, zeugt nicht von großer Weitsicht. Ohnehin ist bequemer zu sagen, ohne Weihnachtsmarkt ginge die Welt unter. Und die glühweinseligen Besucher, die in Trauben zusammenstehen, danken es nach dem Motto: Feiern, bis Corona kommt! Mir wird schon geholfen. 

Einen Weg zu mehr Eigenverantwortung könnten die 2G-Bändchen aufzeigen, die auf dem Lüneburger Weihnachtsmarkt verteilt werden sollen. Sie können vergeben werden, wenn der Träger geimpft oder genesen ist. So erspart er oder sie sich das nervende Vorzeigen der Smartphone-App, wenn mal wieder der Glühweinstand gewechselt wird. Wenn dieses Bändchen so beschaffen ist, dass es sich für die Dauer von mehreren Monaten nicht entfernen lässt, würde sich manch Besucher vielleicht fragen, ob er bei einer Infektion damit in ein Krankenhaus eingeliefert werden möchte. 

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
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