Die Kommunalwahl 2026 rückt näher, doch bei CDU und SPD ist noch vieles offen
Lüneburg, 19.11.2025 - Die im kommenden Jahr anstehenden Kommunalwahlen in Niedersachsen rücken nicht nur kontinuierlich näher, sie rücken vor allem den etablierten Parteien immer stärker auf den Pelz. Denn sie müssen nicht nur ihre Wahllisten für die Kommunalparlamente mit halbwegs geeigneten Kandidaten bestücken, sie müssen auch wählbare Köpfe für die ebenfalls anstehenden Wahlen für die Rathaus-Chefs bestimmen. Im Mittelpunkt stehen da die Wahlen für das Landratsamt für den Landkreis Lüneburg und für das Oberbürgermeisteramt in Lüneburg. Das weiß auch die Lüneburger Kreis-CDU. Sie hält sich zwar mit Namen noch bedeckt, doch im Hintergrund soll es bereits Gespräche mit Bewerbern geben. Doch gibt es die auch wirklich?
Die CDU will landesweit stärkste Kraft in Niedersachsen werden. Das verkündete der Generalsekretär der CDU in Niedersachsen Dr. Marco Mohrmann beim jüngsten Bezirksparteitag des CDU-Bezirksverbands Nordostniedersachsen, der am vergangenen Freitag in Wenzendorf im Landkreis Harburg zusammenkam. Die Ankündigung verwunderte nicht, denn eine echte Überraschung wäre es gewesen, wenn Mohrmann dieses Ziel nicht ausgegeben hätte. Ansonsten blieb der Landespolitiker eher vage. Zwar sprach er sich für eine "klare kommunalpolitische Schwerpunktsetzung" aus, was er aber damit meinte, blieb offen.
◼︎ "Jemand mit Sachkunde"
Bei dem Termin wurde auch der CDU-Kreisvorsitzende Felix Petersen in seinem Amt als Beisitzer im Bezirksvorstand bestätigt. Aber auch er konnte oder wollte sich in Sachen Kommunalwahl nicht näher äußern. Immerhin ließ er sich auf Nachfrage entlocken, dass man mit zwei Kandidaten für das Landratsamt im Gespräch sei. Namen wollte auch Petersen nicht nennen. Klar aber sei, dass es "nicht irgend jemand" sein werde, sondern ein Kandidat "mit Sachkunde und guter Vernetzung". Und: Bis Weihnachten soll bekannt gegeben werden, wer für die CDU als Kandidat für das Amt des Landrats des Landkreises Lüneburg antreten wird, beschlossen durch einen vorangegangenen Mitglieder-Entscheid.
Wie aber sieht es mit der Oberbürgermeister-Wahl für Lüneburg aus? Hier verwies Petersen auf die Zuständigkeit der Lüneburger Stadt-CDU. Doch auch deren Stadtverbands-Vorsitzender Heiko Eggers konnte noch nicht mit Konkretem punkten. Man sei noch "im Prozess" und mit potentiellen Kandidaten in Gesprächen, so Eggers.
Eine Antwort, die immer zweierlei bedeuten kann: Entweder will man nicht zu früh mit seinem Kandidaten ins Rennen gehen, um den optimalen Aufmerksamkeitsgrad nicht zu verspielen, oder es gibt einfach noch niemanden.
◼︎ FDP nicht chancenlos
Wie zu hören ist, dürfte eher Letzteres zutreffen. Schon seit Längerem wird im politischen Umfeld gerätselt, wen die CDU zu bieten hat. Gleiches gilt auch für die SPD, die ebenfalls noch keine Kandidaten für die beiden wichtigsten Ämter in Stadt und Landkreis Lüneburg benannt hat. Für die beiden großen Parteien neben den Grünen, die zumindest in Lüneburg wieder mit der amtierenden Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch ins Rennen gehen, wäre das kein gutes Zeichen. Schon deshalb nicht, nachdem jüngst die FDP bekanntgab, in Lüneburg mit ihrem langjährigen Ratspolitiker Frank Soldan anzutreten (LGheute berichtete).
Die Unentschlossenheit von CDU und SPD könnte wiederum Heiko Meyer zugute kommen. Zwar hat der parteilose Lüneburger seine Kandidatur fürs Rathaus noch nicht erklärt, doch allgemein wird angenommen, dass er nach 2021 erneut gegen Kalisch antritt, wenn er eine Chance dafür sieht. Die aber hängt davon ab, ob CDU und SPD mit eigenen Kandidaten aufwarten – oder sich mangels eigenen Personals hinter einen anderen Kandidaten stellen.
Die FDP wittert daher ihre Chance: Wenn SPD und CDU jeweils keinen eigenen Kandidaten fürs Rathaus ins Rennen schicken, müssten sie sich zwischen Soldan und Meyer entscheiden und eine entsprechende Wahl-Empfehlung aussprechen. Hier sieht die FDP den Vorteil bei sich, vor allem wegen der langjährigen vertrauensvollen und verlässlichen Zusammenarbeit im Rat der Stadt.
◼︎ Kalisch kann auf Grüne Lüneburger hoffen
Claudia Kalisch selbst kann im politischen Lüneburg auf ihre Grünen und die Linke zählen, was allein vermutlich aber nicht ausreichen wird. Allerdings werden die Wahlen nicht mit der Mehrheit im Rat der Stadt, sondern mit den Stimmen der Lüneburger gewonnen. Und hier gibt es nach wie vor ein nicht zu unterschätzendes Potential für eine Fortführung der bisherigen Grünen Rathaus-Politik.
Es kommt also darauf an, wer am 13. September 2026 seine Wählerschaft am besten motivieren und mobilisieren kann.

