SPD will die massiven Probleme in den Mobilitätsausschuss bringen
Lüneburg, 08.01.2026 - Busse, die nicht fahren, eine Mobilitätszentrale, die nicht besetzt ist, Bargeldzahlung, die abgeschafft wurde und dann auch noch der Wintereinbruch zum Jahresbeginn – viel schlimmer hätte der Start für "Moin" kaum kommen können. Der Fehlstart der neuen Mobilitätsgesellschaft wird nun auch zum Politikum. Die Lüneburger SPD hat sich das Thema vorgenommen.
"Mobilität darf niemanden ausschließen. Gerade in der Umstellungsphase brauchen die Menschen verlässliche Ansprechpartner vor Ort. Deshalb brauchen wir kurzfristig ansprechbares Personal an zentralen Haltestellen wie dem ZOB und am Sande", fordert André Schuler, der für die SPD ins Rennen um die Neubesetzung der vakant werdenden Stelle des Landrats für den Landkreis Lüneburg gegangen ist.
Schuler fordert, dass an den Anlaufpunkten für den ÖPNV Ansprechpartner bereitstehen müssten, um Fragen zu Linien, Anschlüssen, kurzfristigen Änderungen und Tickets zu beantworten.
◼︎ "Da war nichts zu finden"
Denn mit dem Start der neuen Gesellschaft hat Moin gleich mehrere Punkte geändert. Unter anderem können Bus-Kunden in den meisten Buslinien nicht mehr mit Bargeld bezahlen, sondern müssen die hvv-App nutzen oder eine Prepaid-Karte erwerben. Doch Letzteres klappte vom ersten Tag an nicht, weil die Karten nicht überall an den angekündigten Stellen erworben werden konnten. Immerhin: Viele Kunden durften deshalb kostenlos mitfahren.
Hinzu kamen Probleme beim Personaleinsatz. Weil Busfahrer krankheitsbedingt ausfielen, fuhren auch einige Busse nicht. "Ich habe eine Dreiviertelstunde am Sande auf meinen Bus gewartet", berichtet eine Adendorferin, die bei dem winterlichen Wetter nach Dienstschluss auf dem schnellsten Weg nach Hause wollte, so aber lange an der Haltestelle frieren musste. "Besonders ärgerlich ist, dass es von Moin überhaupt keine Informationen gab", beklagt sie. Denn weder die elektronische Anzeige habe funktioniert noch der Link zur Moin-Website per QR-Code. "Da war gar nichts zu finden", sagt die Adendorferin, die namentlich nicht genannt werden möchte.
Chaos gab es auch bei der Schülerbeförderung. Weil auch hier Fahrpersonal fehlte, standen die Schüler teils vergebens an den Haltestellen. Besonders ärgerlich: Auch hier klappte die Vorab-Information nicht. Moin-Geschäftsführer Nikolas Wenzel räumte daraufhin entsprechende Fehler und versprach, den Schülerverkehr mit Vorrang zu bedienen (LGheute berichtete).
◼︎ Thema kommt in den Mobilitätsausschuss
Verständnis für die Anlaufprobleme zeigt Jakob Blankenburg, Lüneburgs SPD-Bundestagsabgeordneter. "Dass ein neues System nicht vom ersten Tag an reibungslos läuft, war absehbar, gerade unter diesen Witterungsbedingungen." Entscheidend sei jetzt aber, wie mit den Problemen umgegangen wird. Denn viele Menschen wollten das Angebot nutzen, es fehle aber an klaren Informationen und Orientierung in der Umstellungsphase. "Deshalb werden wir uns in der nächsten Sitzung des Mobilitätsausschusses des Kreistags intensiv mit den ersten Wochen von Moin befassen."


Geht´s noch ?
Nicht zuletzt gibt es gute Gründe dafür, das Bargeld nicht völlig abzuschaffen. Ich denke dabei vor allem an Angriffe auf sensible Infastruktur wie Stromnetze.