Grüne Wahlprüfsteine sollen Orientierung bei der Kandidaten-Entscheidung geben  

Lüneburg, 02.06.2019 - Wem sollen die Grünen ihre Stimme geben, wenn am 16. Juni Jens Böther (CDU) und Norbert Meyer (SPD) zur Stichwahl antreten? Weil ihre Kandidatin Erika Romberg bei der Wahl am 21. Mai nicht genug Stimmen erhielt (LGheute berichtete), sehen sich die Grünen nun in der Situation, sich für einen der beiden Kandidaten zu entscheiden. Doch eine Empfehlung wollen die Parteistrategen der Grünen nicht aussprechen, sie haben stattdessen sogenannte "Wahlprüfsteine" entworfen.

Die Kreismitgliederversammlung der Grünen war sich einig: Eine direkte Empfehlung einer der beiden Kandidaten für die Stichwahl wollen sie nicht aussprechen. "Beide sind als Bürgermeister in ihren Samtgemeinden in den wichtigen Fragen des Klima- und Artenschutzes bisher kaum aufgefallen, eine ernsthafte Fokussierung auf diese zentralen Fragen ist auch anhand der Wahlaussagen nicht erkennbar. Dieses aber ist für unsere Wähler ebenso wie Mobilität ein wichtiges Kriterium, um bei der Stichwahl ein Votum abgeben zu können", erläutert Kreissprecher Claus Poggensee die Entscheidung.

Deshalb sollen Wahlprüfsteine helfen. Diese seien den beiden Kandidaten bereits zugeleitet worden, nun sind sie eingeladen, am 6. Juni ab 18 Uhr im Gasthaus Krone in der Heiligengeiststraßein Lüneburg Stellung zu beziehen. Jens Böther habe bereits zugesagt.

"Wir erhoffen hier klare und konkrete Antworten auf unsere zehn Wahlprüfsteine. Diese sollen auch schriftlich erfolgen, und wir werden sie veröffentlichen“, sagt Ulf Reinhardt, Sprecher des Grünen-Ortsverbands Lüneburg. "Diffuse Worthülsen und unverbindliche Absichtserklärungen, wie wir sie derzeit aus der Bundespolitik hören, werden wir als solche kennzeichnen." Die Grünen sehen ihr Vorgehen auch als ein Angebot an die beiden verbliebenen Kandidaten, "ihr umwelt- und sozialpolitisches Profil zu schärfen". 

Die Veranstaltung wird moderiert von dem Landtagsabgeordneten Detlev Schulz-Hendel und Ulf Reinhardt.

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