Politik soll staatliche Anteile bei Benzin und Diesel reduzieren
Lüneburg, 19.03.2026 - Angesichts der durch den Iran-Konflikt ausgelösten anhaltend hohen Kraftstoffkosten fordert die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) eine befristete Senkung von staatlich veranlassten Preisbestandteilen bei Benzin und Diesel sowie mehr Transparenz bei der Preisbildung an den Zapfsäulen. Die Wirtschaft leide schon jetzt unter hohen Belastungen, weitere Kosten dürften nicht noch zusätzlich obendrauf kommen, die Liquidität der Unternehmen müsse gesichert bleiben.
"Logistik und Mobilität sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Die sprunghaft gestiegenen Preise bei Benzin und Diesel üben immensen Druck auf die Unternehmen aus. Es braucht jetzt eine schnelle und spürbare Entlastung bei den Kraftstoffkosten", fordert IHKLW-Präsident Andreas Kirschenmann. Betriebliche Mobilität dürfe in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage nicht weiter verteuert werden. "Es geht um die Liquidität der Unternehmen. Die Bundesregierung muss nun die staatlich beeinflusste Preisbestandteile auf Kraftstoffe befristet senken, um Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum zu gewährleisten."
◼︎ Preise landen beim Endverbraucher
Hohe Kraftstoffpreise verteuern Transporte, erhöhen Beschaffungs- und Vertriebskosten, belasten ganze Wertschöpfungsketten und treiben die Preise auch für den Endverbraucher. Ein Großteil des vom Endkunden zu bezahlenden Preises für Benzin und Diesel aber ist, wie die IHKLW festhält, auf staatlich beeinflusste Preisbestandteile wie die Energiesteuer, die Mehrwehrsteuer und die CO2-Abgabe zurückzuführen. Hier habe die Bundesregierung Handlungsspielraum, um Unternehmen in der aktuellen Lage zu entlasten.
Dass die Wirtschaft im IHKLW-Bezirk derzeit keine zusätzlichen Belastungen verkraften kann, zeige die aktuelle regionale Konjunkturumfrage der IHKLW. In Nordostniedersachsen hat sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage gegenüber dem Vorquartal nicht verbessert; auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate verharren auf niedrigem Niveau (LGheute berichtete).
"Gerade in einer Phase schwacher Investitions- und Beschäftigungsdynamik sendet jede zusätzliche Verteuerung von Mobilität das falsche Signal. Unsere Unternehmen müssen ihre Leistungen erbringen, Kunden erreichen, Waren bewegen und Mitarbeitende mobil halten können — zu vertretbaren Kosten", betont Kirschenmann.
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