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Breiter Aufschwung lässt weiter auf sich warten

Positive Stimmung in der Industrie, Kaufzurückhaltung im Einzelhandel 

Der Konjunkturklimaindikator der IHKLW. Grafik: IHKLWLüneburg, 16.10.2026 - Die Stimmung in der Wirtschaft Nordostniedersachsens hellt sich zum Herbst leicht auf, eine breite konjunkturelle Erholung sei jedoch noch nicht erkennbar. Das sagt die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) zu dem Ergebnis ihres jüngst erstellten Konjunkturklimaindikators. Danach ist der Wert gegenüber dem Sommer zwar um vier auf 86 Punkte gestiegen, er bleibe damit aber deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten, so die Kammer. 

"Die Konjunktur stabilisiert sich, aber der lang ersehnte Aufschwung aus eigener Kraft lässt weiter auf sich warten", sagt IHKLW-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Staatliche Nachfrageimpulse stützten derzeit die wirtschaftliche Entwicklung, für eine nachhaltige Erholung brauchten die Unternehmen aber bessere Standortbedingungen.

Die Entwicklung fällt je nach Branche unterschiedlich aus. Höhere Auftragseingänge, staatliche Investitionen und zunehmende Exporte in die Europäische Union lassen den Konjunkturklimaindikator der Industrie um 20 auf 94 Punkte steigen. Auch der Großhandel legt um elf auf 84 Punkte zu. Dagegen trifft die Kaufzurückhaltung der Verbraucher den Einzelhandel: Sein Index fällt um 13 auf 70 Punkte. Der Index der Dienstleistungswirtschaft steigt um einen Punkt auf 88 Punkte.

Die Geschäftslage bleibt angespannt: 20 Prozent der Betriebe bewerten sie als gut, 50 Prozent als befriedigend und 30 Prozent als schlecht. Beim Blick nach vorn erwarten 57 Prozent der Unternehmen unveränderte Geschäfte. 31 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung und zwölf Prozent mit einer Verbesserung. Der Saldo der Geschäftserwartungen liegt damit bei minus 19 Punkten. Auch bei Investitionen und Personalplanungen überwiegt die Zurückhaltung.

Als größtes Risiko für ihre Geschäftsentwicklung nennen 63 Prozent der Unternehmen erneut die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Hohe Energie- und Rohstoffpreise bereiten 61 Prozent Sorgen, die schwache Inlandsnachfrage 56 Prozent. Es folgen steigende Arbeitskosten (45 Prozent) sowie der Fach- und Arbeitskräftemangel (36 Prozent). Exportierende Betriebe belasten zudem Lieferengpässe, US-Zölle und hoher, teilweise unfairer Wettbewerbsdruck aus China.

 

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