Vollsperrung auf der B404 und Baustelle auf der A39: Autobahn GmbH sieht Problem als lösbar an

Die Baustelle auf der A39 wird die Autofahrer länger als geplant plagen. Foto: LGheuteLüneburg, 24.05.2022 - Wird die A39 schon bald zum schier unüberwindbaren Nadelöhr? Dieses Szenario droht, wenn ab dem 4. Juli die Vollsperrung der Elbbrücke an der B404 bei Geesthacht kommt und sich der Verkehr auf die Autobahn verlagern wird. Dort aber wird zwischen den Anschlussstellen Winsen-Ost und Winsen-West länger gebaut als geplant, nur eine Spur steht pro Fahrtrichtung zur Verfügung. Die Autobahn GmbH sieht darin kein Problem.

"Die Aufnahme des zusätzlichen Verkehrs ist leistbar", sagt Christian Merl, Pressesprecher der Autobahn GmbH, auf LGheute-Nachfrage. Seinen Optimismus begründet er mit einer einfachen Rechnung: Danach wird die B404 täglich von rund 10.000 Fahrzeugen genutzt, rund 60 Prozent werden es in der Ferienzeit sein, die dann begonnen hat. "Diese Anzahl bringen wir auf der A39 unter", ist Merl überzeugt.

Hinzu komme, dass die B404 bereits jetzt für Schwerlastverkehr gesperrt ist. Dieser Verkehr werde bereits über die A39 geleitet, "das funktioniert sehr gut", erläutert Merl.

◼︎ Nur eine Spur pro Richtung

Ob es so kommt, wird sich zeigen. Denn die A39 ist dann die einzige noch funktionierende Straßen-Schnellverbindung von Lüneburg Richtung Hamburg, allerdings mit deutlichem Handycap. Denn die Baustelle, die eigentlich bis zum 4. Juli fertiggestellt sein sollte, macht die Verbindung zu einem echten Engpass, und zwar in beiden Richtungen. Pendler werden sich dann wohl morgens und abends auf längere Staus einstellen müssen. 

Grund ist ein handfester Krach mit dem ausführenden Bauunternehmen Ewald Kalinowsky GmbH & Co. KG aus Bad Bevensen, das den vertraglich vereinbarten Fertigstellungstermin nicht einhalten kann und ihn laut Autobahn GmbH um mindestens acht Wochen verschieben wollte. Die Behörde hat daraufhin dem Unternehmen die Baudurchführung entzogen und den Vertrag gekündigt (LGheute berichtete).

◼︎ Behörde sieht keine Lieferprobleme

Die Suche nach einem  neuen Auftragnehmer zur Fertigstellung der Bauarbeiten hat bereits begonnen, die Ausschreibung läuft seit vergangenem Freitag. Auch hier zeigt sich der Behördensprecher optimistisch. Man gehe auf die Unternehmen zu, die bei der Erstausschreibung nicht zum Zuge gekommen sind. Kapazitäten, um die Arbeit zügig aufnehmen zu können, seien bei einigen Unternehmen durchaus vorhanden, so Merl. Bis Anfang Juni müssen die Angebote vorliegen.

Dass auch der Nachfolger vor Liefer-Problemen bei benötigtem Baumaterial stehen könnte, wie von der Firma Kalinowsky als Grund für die Verzögerung angegeben, sieht Merl nicht: "Das sehen wir anders." Auf die von Kalinowsky-Prokuristin Christine Eggers genannten fünf bis sechs Wochen Bauverzögerung statt der acht Wochen, die von der Autobahn GmbH genannt wurden, ging der Pressesprecher nicht näher ein, er beziehe sich auf Angaben der Projektleitung der Behörde.

◼︎ Bahn als Alternative?

Interessant dürfte auch werden, ob Pendler sich entscheiden, das Auto lieber stehen zu lassen und auf die Bahn umzusteigen. Doch auch hier ist ein Stau nicht ausgeschlossen, weniger auf den Gleisen als vielmehr in den Zügen. Denn von Anfang Juni bis Ende August gilt im Nahverkehr das 9-Euro-Ticket. Schon jetzt ist die Nachfrage danach groß, die Züge, darunter die Pendler-Bahn Metronom, dürften also gut gefüllt sein.