Die Stadt will für einen Radverkehrsstreifen 19 Parkplätze streichen – doch das ergibt keinen Sinn 

Die Hindenburgstraße ist eine wichtige Verkehrsader in Lüneburg. Hier, wo auch viele Rettungsfahrzeuge unterwegs sind, will die Stadtverwaltung einen Radverkehrsstreifen einrichten. Foto: LGheuteLüneburg, 04.01.2023 - Die Anzahl der Parkplätze in Lüneburg soll weiter sinken. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sollen sämtliche 19 Plätze an der Südseite der Hindenburgstraße in Grünflächen umgewandelt werden. Die Änderung ist Teil der umstrittenen Errichtung eines Radverkehrsstreifens auf der Hindenburgstraße, die bekanntlich Teil des Stadtrings ist. Die Maßnahme soll für mehr Sicherheit im Radverkehr sorgen. Doch die Pläne haben einen gravierenden Fehler.

Von der Errichtung des Radverkehrsstreifens, der auf dem südlichen Teil der Straße verlaufen soll, verspricht sich die Stadtverwaltung die Verhinderung von sogenannten "Dooring-Unfällen". Gemeint sind damit Zusammenstöße zwischen Radfahrern und sich plötzlich öffnenden Türen parkender Autos. Mit der Verlagerung des Radweges würden Radfahrer dann nicht mehr dazu verleitet, auf den Gehweg auszuweichen, um eben jene Unfälle zu verhindern. "So werden Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr verringert", heißt es aus dem Rathaus.

◼︎ Keine Parkplätze, keine Unfälle

Viel Sinn ergeben die Planungen allerdings nicht. Denn abgesehen davon, dass Dooring-Unfälle an der Hindenburgstraße bislang so gut wie unbekannt sind, wäre mit der geplanten Abschaffung der Parkplätze auf der Südseite auch das dortige Dooring-Problem gelöst – eine Verlegung des Radfahrweges auf die Straße wäre also überflüssig.

Das hält die Stadtverwaltung aber nicht davon ab, an ihren Plänen festzuhalten. Diese sehen in einem ersten Schritt die Bewirtschaftung der bislang kostenfreien Parkplätze in kostenpflichtige auf der Nordseite vor. Damit soll der Wegfall der Stellplätze auf der Südseite "in Teilen kompensiert werden", wie die Stadtverwaltung ausführt. Auch die Stellplätze auf dem Parkplatz "Langer Jammer" sollen als parkscheinpflichtige Stellplätze der Gebührenzone 3 ausgewiesen werden. Diese stehen dann auch für Bewohner des Bewohnerparkbereichs B zur Verfügung. Die Cambio-Station mit zwei Stellplätzen soll auf dem Parkplatz "Langer Jammer" erhalten bleiben. 

◼︎ Maßnahmen starten im Januar

Die vorbereitenden Maßnahmen dafür haben laut Stadtverwaltung bereits begonnen, sie sollen noch im Januar umgesetzt werden. Die Umwandlung der Parkplätze auf der Südseite soll "spätestens im März" mit der geplanten Asphaltierung der Hindenburgstraße erfolgen. 

Zur Erinnerung: Die Stadtverwaltung hatte im Herbst Pläne zur Verlegung des Radweges auf die Fahrbahn der Hindenburgstraße vorgelegt, die von der Polizei als untauglich bezeichnet wurden, da die dafür vorgesehene Breite der Straße nicht ausreicht. Nach kontroverser Diskussion im Rat der Stadt beschloss dieser auf Initiative der CDU, die Pläne unter Hinzuziehung eines Verkehrsexperten fortzusetzen. Sobald Ergebnisse vorliegen, soll im Rat neu entschieden werden (LGheute berichtete).

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar.

 

 

Kommentare  

# Lüneburger 2023-01-13 15:52
Und warum merkt das keiner??
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