Die Lüneburger FDP stellt sich gegen die Grüne Rathaus-Politik – und positioniert sich im Kommunal-Wahlkampf
Lüneburg, 21.11.2025 - Noch sind es ein paar Monate bis zur Kommunalwahl im kommenden Jahr, doch die ersten Parteien bringen sich für den anstehenden Wahlkampf bereits in Stellung. Die Lüneburger FDP geht da mit großen Schritten voran. Erst kürzlich gab sie bekannt, dass sie mit ihrem langjährigen Ratspolitiker Frank Soldan bei der zeitgleich stattfindenden Oberbürgermeisterwahl in Lüneburg antreten wird. Nun legt sie auch inhaltlich nach: Die Lüneburger Verkehrspolitik gehe an der Lebensrealität der Menschen in Stadt und Landkreis vorbei, kritisiert die FDP und weist dabei auf die Pläne des Rathauses für einen Lüneburger Fahrradring.
Hat der geplante Fahrradring in Lüneburg Nutzen und wenn ja, welchen? Das fragt sich der Lüneburger FDP-Ortsverbandsvorsitzende und Ratsherr Cornelius Grimm, der damit die Pläne des Grünen Rathauses infrage stellt, das seit Jahren den Ausbau eines Fahrradrings um die Lüneburger Innenstadt vorantreibt.
Für Grimm macht das kostspielige Projekt wenig Sinn, für ihn ist es vielmehr ein Beispiel dafür, "wie Symbolpolitik über Vernunft und Lebensrealität gestellt wird". Grimm kritisiert, dass nicht die tatsächlichen Probleme der Mobilität in Stadt und Landkreis angegangen werden, sondern mit viel Geld ein Projekt forciert werde, das nur wenig helfe. "Die Planungen zum Fahrradring sind ein Musterbeispiel für Ideologie statt Realität."
◼︎ Auch SPD und CDU gegen Fahrradring
Und er nennt Gründe, warum er sich gegen einen Fahrradring ausspricht: So würden Menschen aus Stadtteilen wie Ebensberg, Hagen oder Ochtmissen sowie aus den umliegenden Gemeinden ihre Entscheidung, ob sie mit dem Auto oder dem Fahrrad in die Stadt fahren, nicht davon abhängig machen, ob in einer Nebenstraße die Parkplätze quer oder längs stehen oder ob sie als Radfahrer bequem um die Innenstadt herumkreisen können. Die Vorlage des Grün-geführten Rathauses zur Umwidmung der Ilmenaustraße zur Fahrradstraße lehnt er ab und sieht sich damit in guter Gesellschaft. Denn SPD und CDU hatten sich jüngst im Rat der Stadt ebenfalls gegen den Fahrradring ausgesprochen (LGheute berichtete).
Die FDP fordert deshalb eine generelle Neuausrichtung in der Poltik. "Wir müssen aufhören, Politik für Schlagzeilen zu machen, und anfangen, Politik für alle Menschen zu machen", sagt Frank Soldan, der nicht nur Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion ist, sondern als Kandidat seiner Partei auch die anstehende Oberbürgermeister-Wahl gewinnen will. Ob ihm dies gelingen wird, bleibt allerdings abzuwarten (LGheute berichtete).
Cornelius Grimm, der immer für eine eindeutige Einordnung und Positionierung seiner FDP steht, hat jedenfalls ein klare Meinung: "Lüneburg braucht keine ideologische Verkehrswende, sondern eine, die im Alltag funktioniert." Eine Verkehrswende, die nicht von einem Großteil der Menschen unterstützt wird, "kann nur scheitern".

