08.05.2021 - Es war noch nie falsch, Neues kritisch zu hinterfragen, bisweilen hilft da auch mal ein Pilotversuch, wenn es gilt, die Praxistauglichkeit zu beweisen. Dass der Landkreis besonnen vorgeht und erstmal prüft, bevor er Schüler und Lehrer mit Corona-Luftreinigern in den Klassenzimmern beglückt, ist daher begrüßenswert. Unverständlich bleibt aber, warum das erst jetzt, ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie und kurz vor Erreichen der Herdenimmunität geschieht. Und noch etwas irritiert.

Erst am 24. Juni soll endgültig darüber entschieden werden, ob es zu diesem Pilotversuch überhaupt kommt. Denn erst dann – also in sage und schreibe sechseinhalb Wochen – kommt der Kreistag erst wieder zu einer Sitzung zusammen. In Pandemie-Zeiten darf man eigentlich anderes erwarten. Da sollten die Entscheidungsträger dieses Landkreises zweiwöchentlich wenn nicht häufiger zusammenkommen, um wichtige Weichenstellungen vornehmen zu können. Das dürfen die hier lebenden Menschen zu recht erwarten. "Business as usual" kommt da gar nicht gut an, schon gar nicht in Wahlkampfzeiten.

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Bessere Luft für die Klassenzimmer?"

 

Kommentare  

# Brigitte Soltau 2021-05-08 23:17
Da hat der Herr Stüwe doch den Nagel auf den Kopf getroffen.
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# Holstenedel 2021-05-08 21:51
Sehe ich in grossen Teilen ganz genauso, liebes Lgheute. Was ich mich aber vor allem frage: muss jeder der rund 300 Landkreise in Deutschland den Praxistest mit Luftreiniger für sich machen? Was unterscheidet das Klassenzimmer in Lüneburg von dem in Husum, Rosenheim oder Zwickau? Warum sind die Luftreiniger nicht längst landkreisübergr eifend untersucht worden? Eines von vielen Versäumnissen der Politik in der Coronakrise?
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