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Schutzhütte darf bleiben

Landkreis Lüneburg und Samtgemeinde Amelinghausen einigen sich auf Kompromiss

Nach langem Hin und Her kann die Schutzhütte am Kronsberg nun doch bleiben. Foto: privatLüneburg/Amelinghausen, 09.07.2024 - Der Streit um die umstrittene Schutzhütte am Amelinghausener Kronsberg ist beigelegt. Trotz fehlender Baugenehmigung darf die in dem Naturschutzgebiet errichtete Hütte stehenbleiben – allerdings nur für 25 Jahre und mit kleinen baulichen Veränderungen. Darauf verständigten sich jetzt Landrat Jens Böther und Samtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor Christoph Palesch. Mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Duldungsvereinbarung ist der Erhalt der Hütte nun amtlich.

"Die Hütte ist natürlich eine tolle Leistung der Landjugend, die sie in einer 24-Stunden-Aktion gebaut hat. Leider gab und gibt es dafür keine rechtliche Grundlage. Deshalb bin ich froh, dass wir diese gemeinsame Lösung gefunden haben", sagt Landrat Jens Böther.

Auch Samtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor Christoph Palesch begrüßt die Einigung: "Natürlich hätten wir uns als Gemeinde Amelinghausen gewünscht, dass unsere rechtliche Auffassung in Gänze durchdringt, der nun gefundene Kompromiss ist aber ein guter, der weitere rechtliche Verfahren verhindert. Ich freue mich, insbesondere für die Landjugend Amelinghausen, dass die Schutzhütte erhalten bleiben kann."

Hintergrund ist ein Streit, der monatelang die Gemüter erhitzte, die Verwaltungen beschäftigte und nun drohte, vor Gericht zu landen. Denn die Amelinghausener Landjugend hatte im Mai leztzten Jahres in einem Akt bürgerlichen Engagements an die Stelle einer alten Schutzhütte eine neue gesetzt – inmitten des dortigen Naturschutzgebietes. Weil es dazu aber einer Baugenehmigung bedurft hätte, die aber erst im Nachgang eingereicht wurde, legte der Landkreis sein Veto ein. Dem wollte sich Palesch nicht beugen, "aus meiner Sicht hätte es keiner Baugenehmigung bedurft", und legte seinerseits Widerspruch ein.  

Durch die jetzt gefundene Lösung und Vereinbarung werden alle offenen Rechtsstreitigkeiten beigelegt, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Landkreis und Samtgemeinde. Unter anderem nimmt die Gemeinde Amelinghausen ihre Widersprüche in den laufenden Verfahren zurück und der Landkreis Lüneburg verpflichtet sich im Gegenzug, die Hütte bis zu 25 Jahre lang zu dulden. 

◼︎ Hütte wird umgebaut

Dafür wird die Schutzhütte umgebaut: Die Außenanlagen, vor allem die gepflasterten Bereiche, Tische und Bänke sowie die Hecke werden entfernt. Auch in der Hütte wird die Pflasterung entfernt. Die Wetterseite der Hütte bleibt geschlossen, zwei Seiten werden geöffnet. Ein Zaun soll künftig die Rasenfläche vor dem Betreten schützen. Um die beschädigten Biotope auszugleichen, errichtet die Gemeinde zudem ein Ersatzbiotop.

Der gefundene Kompromiss erhält die Hütte, schützt aber auch die Natur in dem Landschaftsschutzgebiet, in dem sie steht. "Damit legen wir einen seit einem Jahr währenden Behördenstreit dauerhaft bei", erklärt Landrat Böther. Christoph Palesch stimmt ihm zu: "Die Bürgerinnen und Bürger verlangen von uns zu recht praxisnahe Lösungen, und ohne dabei auf jedes Detail der Vereinbarung schauen zu wollen, ist uns dies hier gelungen."

Beide Verwaltungschefs hatten sich gemeinsam vorgenommen, das Thema noch vor dem diesjährigen Heideblütenfest aus der Welt zu schaffen. Auch der Kreistag und der Gemeinderat Amelinghausen hatten für einen gemeinsamen Konsens geworben.