Leuphana-Projekt versucht sich erneut in der Vorhersage der US-Wahl 

Bei der letzten US-Wahl ging das vom Leuphana-Projekt prognostizierte Ergebnis schief, Donald Trump wurde Präsident Foto: LGheuteLüneburg, 03.11.2020 - Trump oder Biden? Wer wird künftiger Präsident der USA? Während die Welt mit großer Spannung auf das Ergebnis der heute stattfindenden Wahl blickt, wollten Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg es schon vorher wissen. Initiiert von der US-Botschaft in Berlin entwickelten sie ein bundesweites Schulprojekt, das Schülern die Vorhersage der Wahl ermöglichen soll. Deren Resultat: Trump verliert. Bei der letzten Wahl 2016 lagen sie damit allerdings daneben – wie viele andere auch.

Das Ergebnis der U.S.-Wahlen steht für mehr als 5.000 deutsche und amerikanische Schülerinnen und Schüler bereits fest: Joe Biden wird der 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika heißen. Bei der gestrigen Online-Abschlussveranstaltung des U.S. Embassy School Election Project 2020 gaben die Schüler Bundesstaat für Bundesstaat ihre Prognose zum Wahlausgang ab. Biden wird danach 334 Stimmen erhalten. Donald Trump brachte es bei der Vorhersage nur auf 204 der 538 Wahlmänner und -frauen des Electoral College. Kursinhalte und Lerndesign des Projekts hatten Joannis Kaliampos und Professor Torben Schmidt vom Institute of English Studies der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt. Das bundesweite Schulprojekt wurde von der US-Botschaft initiiert.

Seit dem Schuljahresbeginn beschäftigten sich die Schüler in ihren Englisch-Kursen damit, den Ausgang der Wahl richtig vorherzusagen. Jeder teilnehmenden Klasse wurde dazu ein US-Staat zugelost. Die Aufgabe bestand darin, nach eingehender Beschäftigung mit den jeweiligen gesellschaftlichen Themen und den Wahlaussagen der Kandidaten den Wahlausgang für "ihren" Bundesstaat zu ermitteln. Die Vorhersagen zum Wahlausgang waren zwar teilweise besser als manches Polit-Barometer in den USA oder Deutschland, bei der letzten Wahl aber setzten auch sie auf Hillary Clinton und lagen damit daneben.

Dieses Jahr gaben unter allen Teilnehmern 195 Kurse eine Prognose für ihren Staat bis kurz vor der Wahl ab, sodass für einzelne Bundesstaaten mehrere Prognosen vorliegen, zu diesen Staaten konnte eine Mehrheitsentscheidung ermittelt werden. Die Schüler sehen dabei den Herausforderer Biden in mehreren Schlüsselstaaten vor Trump, der diese 2016 noch für sich entscheiden konnte, etwa in Wisconsin, Pennsylvania oder Florida.

Das US Embassy School Election Project 2020 ist eine Weiterentwicklung eines bereits zu den Präsidentschaftswahlen 2008, 2012 und 2016 von der US-Botschaft in Berlin ausgerichteten Projekts. Das Curriculum für das Projekt entwickelten ein Projektteam der US-Botschaft, der Berliner Bildungsorganisation LIFE e.V. und des Institute of English Studies der Leuphana Universität Lüneburg. Mit Unterstützung des Transatlantic Outreach Program beim Goethe-Institut in Washington D.C. gelang es, Schulklassen mit amerikanischen Partnerschulen zu vernetzen und so einen direkten transatlantischen Informationsaustausch im Wahlprojekt zu ermöglichen.