Schulzentrum Embsen evakuiert - Sachschaden im siebenstelligen Euro-Bereich

Melbeck, 24.05.2012 - Zu einem Großbrand auf dem Gelände eines Recyclingbetriebes Am Alten Werk in Melbeck rückten heute Morgen mehrere Feuerwehren des Landkreises, Einheiten des THW, Rettungsdienste und Polizei aus. Gegen 7.45 Uhr war eine rund 4000 Quadratmeter große Fabrikhalle aus bislang noch ungeklärten Gründen in Brand geraten. Personen kamen nicht zu Schaden.

Gegen 7.45 Uhr wurde die Feuerwehr der Samtgemeinde Ilmenau alarmiert, vor Ort wurde aber schnell klar, dass weitere Unterstützung angefordert werden musste. "Wir haben zunächst das THW gebraucht, um die Halle zu öffnen, vorher konnten wir nur von außen löschen", erläutert Ulrik Etzold, der bei der Einsatzleitung für die Presse zuständige Feuerwehrmann. Zwischenzeitlich waren Feuerwehren aus benachbarten Samtgemeinden und aus Lüneburg mit Spezialgerät angerückt.

Im Inneren der in Brand geratenen Halle befinden sich rund 5000 Kubikmeter Rest- und Plastikmüll zur Weiterverarbeitung sowie in einem noch nicht brandbetroffenen Bereich Schmierstoffe wie Hydrauliköl. Frontlader sind derzeit dabei, das Brandgut aus der Halle zu entfernen, um es außerhalb abzulöschen. "Wir brauchen dafür sicher noch einige Stunden, um die großen Mengen, die dort lagern, herauszuholen", erklärt Etzold.

Um den in der Halle lagernden Plastikmüll löschen zu können, setzt die Feuerwehr neben Wasser auch Löschschaum ein, mit dem die Flammen erstickt werden. Die großen Mengen und anhaltender Brand haben die im Landkreis verfügbaren Mittel aber schnell aufbrauchen lassen. Ersatz kam zwischenzeitlich von den Kollegen der Harburger Feuerwehr.

Aufgrund der extrem starken Rauchentwicklung wurden Anwohner im südwestlichen Bereich des Brandortes aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Darüber hinaus evakuierten Einsatzkräfte vorsorglich rund 1000 Schüler aus dem nur wenige hundert Meter entfernt gelegenen Schulzentrum Embsen, das genau in Windrichtung und damit unterhalb der Rauchwolke liegt.

Der ABC-Messtrupp der Lüneburger Feuerwehr ist im Einsatz und misst kontinuierlich die Schadstoffbelastung in den betroffenen Bereichen. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung für die Bevölkerung bestehe aber nicht, erklärt die Feuerwehr. Da die Löscharbeiten noch längere Zeit andauern, wird die Beeinträchtigung durch die Rauchentwicklung weiterhin bestehen bleiben.

Polizei und Feuerwehr beziffern den Sachschaden derzeit auf bis zu einer Million Euro. Verletzt wurde bisher glücklicherweise niemand.

Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Derzeit können weder Brandstiftung, ein technischer Defekt, noch eine Müllselbstentzündung als Ursache ausgeschlossen werden. Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg sowie weitere Behörden sind vor Ort und haben parallel Ermittlungen aufgenommen.