Wenig Erhellendes beim Besuch der Landtagspräsidentin im Amt Neuhaus 

Bei einem Besuch vor Ort machte sich Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta (2.v.r.) sowie (v.l.n.r.) Bürgermeister Andreas Gehrke, Landrat Jens Böther und Landesbeauftragte Monika Scherf ein Bild von der Gemeinde. Foto: Landkreis LüneburgNeuhaus, 13.09.2020 - Davon hatte sich wohl nicht nur Lüneburgs Landrat Jens Böther vermutlich etwas mehr versprochen. Hochrangige Gäste aus der Landeshauptstadt Hannover waren am Donnerstag zu Gast auf der östlichen Elbseite im Amt Neuhaus gewesen, darunter Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta nebst Präsidiumskollegen. Dort informierten sich die Abgeordneten über den Wandel in der Gemeinde seit der Rückgliederung 1993 und darüber, was die Menschen dort bewegt. Eindeutige Signale für den Bau der geplanten Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau aber waren nicht zu vernehmen.

"Hier können wir viel lernen über die Überwindung von Grenzen und das Zusammenwachsen nach der Wende in Deutschland", sagte Landtagspräsidentin Andretta, nachdem ihnen ein straffes Programm seitens der Gastgeber geboten worden war: Von der Begrüßung im liebevoll renovierten alten Amtsgerichtsgebäude über einer Elbe-Floßfahrt bis zu einer Besichtigung eines landwirtschaftlichen Großbetriebs in Darchau.

Zur Brücke selbst aber äußerte sich Andretta offenbar nicht. Zwar hätten sich die Gäste von der Entwicklung des Amtes Neuhaus und der einzigartigen Natur gezeigt, mehr als "Diese wunderbare Gemeinde hat alle Unterstützung verdient, ihren Weg weiterzugehen", war der Landtagspräsidentin aber nicht zu entlocken. Und: "Wenn wir in diesem Jahr 30 Jahre Wiedervereinigung feiern, werde ich an diesen ganz besonderen Ort denken", waren die Worte Adrettas zum Abschied.

Gleich zu Beginn des Besuchs hatten Landrat Böther und Bürgermeister Gehrke deutlich, wie wichtig für die Gemeinde emotional und wirtschaftlich eine Elbbrücke wäre. Diese sei ein landesweit bedeutsames Projekt, auf das die Bevölkerung seit 27 Jahren wartet. 

Welche Anstrengungen Landkreis, Land und Gemeinde schon unternommen haben, um das Amt Neuhaus zu stärken, berichtete auch die Landesbeauftragte Monika Scherf: "In den vergangenen Jahrzehnten haben wir bereits mit mehr als 50 Millionen Euro Fördermitteln dafür gesorgt, die Wettbewerbsbedingungen in der Landwirtschaft zu verbessern und die Entwicklung der Dörfer zu unterstützen", so die Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung. Im vergangenen Jahr hatte sie gemeinsam mit dem Landkreis Lüneburg und der Gemeinde Amt Neuhaus eine Konsolidierungs- und Entwicklungspartnerschaft (kurz KEP) unterzeichnet. "Wir wollen die Gemeinde beraten und unterstützen", sagte Scherf.

"Ich bin dankbar, dass sich das Landtagspräsidium heute einen ganzen Tag Zeit genommen hat, um die Region kennenzulernen", erklärte Böther nach dem Treffen. "Es ist wichtig, die Geschichte und die Menschen vor Ort zu erleben, um den Bedarf nach einer Brücke hier zu verstehen."