Dünenlandschaft im Amt Neuhaus soll gerettet werden 

Schön, aber gefährdet: die Dünenlandschaft bei Kaarßen. Foto: Landkreis LüneburgAmt Neuhaus, 07.11.2021 - Dünen kennt man von Sylt, Amrum und den ostfriesischen Inseln. Dass es sie auch im Amt Neuhaus gibt, wissen nur wenige. Die dortige Dünenlandschaft bei Kaarßen ist aber durch eine Pflanze gefährdet, die sich Kaktusmoos nennt. Das Moos, das durch sein sattes Grün auffällt, störe das ökologische Gleichgewicht, teilt der Landkreis Lüneburg mit. Die gebietsfremde Moosart verbreite sich zunehmend, verdränge heimische Arten und beeinträchtige dadurch schützenswerte Lebensraumtypen. Deshalb soll die Pflanze ab Montag, 8. November, großflächig entfernt werden.

Das Projektgebiet im Amt Neuhaus, in dem die Dünenlandschaft liegt, ist Teil des Biosphärenreservates Niedersächsische Elbtalaue und des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000. Gemeinsam mit weiteren Beteiligten befasst sich der Landkreis Lüneburg schon seit knapp fünf Jahren mit den Naturschutzmaßnamen. Ziel ist es, die offenen Sanddünen und den lichten Flechten-Kiefernbestand zu erhalten. Denn sie bieten Lebensraum für viele und zum Teil gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Dazu gehören vor allem die auf den Sanddünen besonders wertvollen Flechtenarten, aber auch Silbergras sowie Vögel wie der Ziegenmelker und die Heidelerche.

"Das Kaktusmoos ist sehr widerstandsfähig", erklärt Sören Frischmuth vom Fachdienst Umwelt. "Aus diesem Grund ist es notwendig, die Moosteppiche einschließlich der darunter befindlichen Humusschicht abzutragen." Die ersten Arbeiten werden über die Herbst- und Wintermonate stattfinden, insgesamt sind dafür vier bis fünf Jahre angesetzt. Alle Maßnahmen finden laut Landkreis in enger Abstimmung mit den Flächeneigentümern statt.