Geplante Reaktivierung der Bahnstrecken nach Bleckede und Amelinghausen tritt in neue Phase

Wenn es nach dem Landkreis Lüneburg geht, sollen auf dieser Strecke nach Amelinghausen schon balf wieder regelmäßig Personenzüge fahren. Foto: LGheuteLüneburg, 08.08.2022 - Lange schon gibt es Überlegungen, die vorhandenen und nur gelegentlich genutzten Bahnstrecken Lüneburg - Bleckede und Lüneburg - Amelinghausen wieder für den regulären Bahnverkehr zu reaktivieren. Nun endlich soll es in die konkrete Planung zur Aufnahme des Personenverkehrs gehen. Doch es gibt Hürden: Weil die vorhandenen finanziellen Mittel für eine offizielle Bestellung des Personenverkehrs auf beiden Strecken nicht reichen, sind auch wichtige Fördermittel des Bundes blockiert. Gestartet wird dennoch.

Der Bund fördere die Investitionen für eine Reaktivierung von Eisenbahnstrecken "großzügig", erklärte die Kreisverwaltung kürzlich. Das Problem: Diese Fördermittel fließen nur, wenn auch die Bestellung des Personenverkehrs durch entsprechende Regionalisierungsmittel finanziell gesichert ist. Das aber ist den Angaben der zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) "zurzeit" noch nicht der Fall. Ohne die Bestellung des Verkehrs keine Förderung der Investitionen. 

Geplant werden soll nun trotzdem. Das teilte die Schieneninfrastruktur Ost-Niedersachsen GmbH (SInON), eine Tochter des Landes Niedersachsen – mit. Auslöser ist eine Machbarkeitsstudie, die der Landkreis zu den Schienenverbindungen beauftragt hatte und die bei der SInON offenbar gut ankam. Zwar reiche die Studie für eine endgültige Entscheidung für die Reaktivierung nicht aus, aber sie weise hinreichend nach, "dass der Start in die Planungsphase für den Schienenpersonennahverkehr sehr erfolgversprechend ist".

◼︎ Positives Ergebnis erwartet

"Wenn wir jetzt mit der Planung starten, geht keine Zeit mehr verloren", sagt Sebastian Schülke, Technischer Leiter der SInON. Allerdings müsse mit den aus der Studie gewonnenen Erkenntnissen und vor der endgültigen Entscheidung des Landes noch einmal eine "standardisierte Bewertung" für die beiden Strecken durchgeführt werden. Und: Auch die jetzt noch offenen Finanzierungsfragen für die Verkehrsbestellung "müssen gelöst sein". Er gehe aber davon aus, dass ein "positives Ergebnis erhalten" bleibe.

In einem ersten Schritt will die SInON die Strecken "sehr genau in den Blick nehmen" und dabei auch die Planungen der DB Netz für die Bahnhöfe Lüneburg und Soltau mit einbeziehen. Es soll ein genauer Zielfahrplan erstellt werden, der sich auf der Strecke mit allen Abhängigkeiten aus Anschlusszügen, Güterverkehr und örtlichen Gegebenheiten erreichen lasse. Im zweiten Schritt soll ein Ingenieurbüro aufbauend auf dem Fahrplan mit den baulichen Planungen beauftragt werden, um eine Antragstellung beim Bund möglich zu machen. 

◼︎ "Klarer Schulterschluss" erforderlich

Weil aber die SInON aber auch ein "starkes Votum aus der Region" brauche, dass der Schienenpersonennahverkehr auch gewollt ist, hat der Landkreis bereits alle betroffenen Kommunen kontaktiert. Nach den Sommerferien soll ein gemeinsames Treffen stattfinden. Außerdem gebe es Kontakt mit dem Wirtschaftsministerium in Hannover, heißt es aus dem Kreishaus. Dabei dürfte es um die noch fehlenden Finanzmittel gehen.

Landrat Jens Böther sieht die Bahnstrecken-Reaktivierung als wichtigen Impuls für die Entwicklung der Region: "Entlang der Strecken Richtung Amelinghausen und weiter nach Soltau sowie nach Bleckede kann langfristig viel Neues entstehen – besonders was Wohnraum-, Tourismus- und Gewerbe-Entwicklung angeht." Damit das gelinge, sei nun ein "klarer Schulterschluss in unserer Region notwendig". 

Der Kreistag hatte am 7. Juli wiederholt ein klares Signal für die Heide- und Elbestrecke gesetzt, auch in einigen Gemeinden entlang der Strecke gibt es bereits Ratsbeschlüsse dazu. Denn, so auch der Hinweis der SInON, für einen Erfolg sei ein Punkt unerlässlich: "Der ausdrückliche Wunsch der Region für die Bahnreaktivierung."