Einführung des 9-Euro-Ticket-Nachfolgers verzögert sich um einen Monat 

Später als von vielen erhofft soll das Deutschland-Ticket jetzt wohl erst am 1. Mai kommen. Foto: LGheuteHannover, 18.01.2022 - Das Deutschlandticket soll nun erst zum 1. Mai kommen. Das erklärte Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies heute nach einem Treffen mit Vertretern der Nahverkehrsgesellschaften, der kommunalen Aufgabenträger und der Landesnahverkehrsgesellschaft zur Umsetzung des D-Tickets in Niedersachsen. Grund für die Verzögerung seien noch laufende Gesetzesänderungen in Berlin.  

"Wir bereiten uns auf eine Einführung zum 1. Mai vor", sagte Lies nach dem heutigen Termin. Damit werde der Nachfolger des 9-Euro-Tickets einen Monat später kommen als geplant. Zur Begründung wurden erforderliche Gesetzesänderungen durch den Bund zur Finanzierung des D-Tickets genannt, die ursprünglich für den 3. März geplant waren, nun aber erst am 31. März abgeschlossen seien. Danach erst könne die finanzielle Absicherung dieses bundesweiten Projektes durch die Länder erfolgen, für die nochmals ein Monat benötigt werde.

Ein Baustein für eine erfolgreiche Umsetzung ist die frühzeitige Einbindung der Kommunen und der Verkehrsbranche, ohne die das Deutschlandticket nicht funktioniere, teilte das Verkehrsministerium mit. Vor diesem Hintergrund hatte Lies Ende letzten Jahres einen runden Tisch mit Kommunen, Verkehrsverbünden- und unternehmen einberufen. Heute fand das zweite Treffen statt. 

◼︎ Rein digitales Ticket geplant

"Das Deutschlandticket ist nicht weniger als die größte Revolution im öffentlichen Personennahverkehr der letzten Jahrzehnte", so Lies nach der Sitzung. "Wir stehen hier in Niedersachsen in den Startlöchern, damit das Ticket ein Erfolg wird. Es wird pünktlich verfügbar sein, einfach und unkompliziert für die Neukunden und genauso die Bestandskunden und es wird voll digital sein." Das Ticket soll "so schnell wie möglich" angeboten werden, so Lies weiter. 

Langfristig soll das Deutschlandticket sogar ein "rein digitales Ticket" sein, erklärte das Ministerium. Neben einer App-basierten Lösung auf dem Smartphone werde aber auch eine barrierefreie Ausgabe auf Papier diskutiert. Das Ticket wird in Niedersachsen bei den regionalen Verkehrsunternehmen vor Ort oder auf der Website erhältlich sein.

◼︎ Bestandskunden werden informiert

Bestandskunden haben in der Regel aktuell keine weiteren Schritte zu veranlassen. "Wer bereits ein Abonnement beim Verkehrsbetrieb vor Ort hat, braucht nichts zu unternehmen. Die Verkehrsunternehmen melden sich rechtzeitig bei ihren Kundinnen und Kunden, wie es mit dem Abonnement weitergeht und wie sie bei Interesse in das Deutschlandticket-Abonnement wechseln können", betonte der Minister.

Für den Kauf des Tickets gibt es in Niederachsen bereits digitale Lösungen, darunter die FahrPlaner-App oder die Apps der regionalen Verkehrsverbünde. Hier werde der Kauf des Tickets ab Start am 1. Mai möglich sein. Der genaue Verkaufsstart soll in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden. Vorbestellungen seien aus rechtlichen Gründen derzeit noch nicht möglich. Interessenten können sich aber bereits heute bei vielen der regionalen Vertriebspartner für das Deutschlandticket registrieren. 

Das Deutschlandticket resultiert aus dem 9-Euro-Ticket, das in den Sommermonaten 2022 wegen der stark gestiegenen Energiepreise angeboten und bundesweit rund 52 Millionen Mal verkauft wurde. An den Erfolg dieser zeitlich befristeten Aktion soll das Deutschlandticket als dauerhaftes Angebot anknüpfen. Das Ticket soll zur Einführung monatlich 49 Euro kosten. Die Politik erhofft sich davon eine Steigerung der Attraktivität des ÖPNV und Effekte für den Klimaschutz.