Grundschüler verbringen mehr Zeit vor dem Fernseher als mit Spielen und Toben

Hannover, 29.07.2012 - "Gummi-Twist" und "Eierlaufen" statt Spielkonsole und TV: Unter dem Motto "Spiele aus alten Zeiten neu entdecken" haben die Techniker Krankenkasse (TK) und das Niedersächsische Kultusministerium eine Broschüre mit einer Spielesammlung für Kinder ab 5 Jahren zusammengestellt. Die Spiele in der Broschüre "Spielend im Freien" dienen der Bewegungsförderung, sind leicht zu erlernen und können ohne große Vorbereitung jederzeit draußen gespielt werden.

Die Broschüre beinhaltet Straßenspiele, die bereits die Großeltern und Eltern der heutigen Grundschulkinder gespielt haben, wie zum Beispiel "Himmel und Hölle", "Bockspringen" oder "Gummi-Twist". Kultusminister Bernd Althusmann und Sabine Voermans, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen, präsentierten die Broschüre vergangene Woche in Hannover gemeinsam mit Grundschülerinnen und -schülern der Fridtjof-Nansen-Schule.

Mit durchschnittlich 1,6 Stunden pro Tag sitzen Grundschulkinder der "Generation Stubenhocker" deutlich länger vor dem Bildschirm als sich zu bewegen, draußen zu spielen und zu toben (1,3 Stunden). Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der TK. Zwei von zehn Kindern bewegen sich sogar weniger als eine Stunde am Tag. Jedes sechste Grundschulkind wird außerdem mit dem Auto zur Schule gebracht.

Die Folgen: Motorik, Gleichgewicht und Geschicklichkeit leiden. So fallen immer mehr Kindern einfache Bewegungsabläufe schwer - ob rückwärts balancieren, einen Ball fangen oder mit geschlossenen Augen eine Weile auf einem Bein stehen. Verglichen mit Mädchen und Jungen, die in den 80er Jahren aufgewachsen sind, haben Kinder heute bis zu 15 Prozent weniger Ausdauer und Kraft, auch sind sie langsamer und unbeweglicher.

"Bewegungsspiele sind eine gesunde und sinnvolle Beschäftigung sowohl für die Pause auf dem Schulhof als auch für die freie Zeit in den Sommerferien. Spontan zum Spielen nach draußen gehen, mit einfachen Mitteln ein Spiel mit Freunden im Garten oder auf dem Bolzplatz starten - das hat früheren Generationen Spaß gemacht und ist auch heute noch eine gute Idee", sagte Althusmann.

"Kinder mit guten koordinativen Fähigkeiten bewegen sich im Alltag, beim Sport und im Straßenverkehr sicherer", erklärte Sabine Voermans. Die Jungen und Mädchen haben mehr Spaß an der Bewegung und lernen auch schneller neue Bewegungsabläufe. Auch später als Erwachsene seien sie meist noch sportlich aktiv. "Studien haben zudem gezeigt, dass Kinder, die sich viel bewegen, motivierter und mit mehr Lust und dadurch erfolgreicher lernen. Außerdem knüpfen sie leichter Kontakt zu anderen Kindern und haben mehr Selbstvertrauen", so Voermans.

Die Broschüre ist kostenlos in den niedersächsischen Kundenberatungen der TK und als Klassensatz beim Niedersächsischen Kultusministerium erhältlich.