Stadtverwaltung will Sitzmöglichkeiten neben dem Alten Kran schaffen

Dort, wo jetzt Absperrgitter neben dem Alten Kran stehen, stand die stattliche Weide. Hier will die Stadtverwaltung nun Sitzbänke aufstellen. Foto: Stadt LüneburgLüneburg, 13.07.2019 - Sie prägte das Bild des alten Lüneburger Hafens über viele Jahrzehnte ebenso wie der Alte Kran selbst, neben dem die stattliche Weide bis vor kurzem noch stand. Doch ein Riss im Stamm machte eine Fällung unausweichlich. Überlegungen, die Weide durch eine Neupflanzung zu ersetzen, kamen schnell auf, doch nun hat die Stadt andere Pläne. Sie will dort Sitzbänke aufstellen.

"Wir haben hin und her überlegt, ob wir da wirklich wieder einen Baum pflanzen oder ob wir den Raum nicht anders nutzen sollten", sagt Uta Hesebeck, Leiterin des Bereichs Straßen- und Grünplanung bei der Hansestadt Lüneburg. Jetzt stehe die Entscheidung fest: "Wir wollen hier anstelle eines Ersatzbaumes Bänke aufstellen." Damit könne man die Aufenthaltsqualität im Wasserviertel an dieser Stelle erhöhen. Außerdem komme durch den neuen Freiraum der Alte Kran als Wahrzeichen viel besser zur Geltung. "Diese Rückmeldung haben wir auch von vielen Bürgern bekommen", sagt Hesebeck. Als Ergebnis einer Umfrage hat auch der Bürgerverein Lüneburg in seinem Bürgerbrief vom Juli 2019 den Wunsch von Bürgern benannt, Sitzbänke als Ersatz für den Baum am Alten Kran aufzustellen. 

Die bildprägende Weide, die über viele Jahre eine stolze Größe erreicht hatte, wäre ohnehin nicht ohne Weiteres zu ersetzen gewesen, sagt Oliver-Martin Freese, Leiter der Grünpflege bei der Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL). "Die verbliebenen Bäume, zwei große Kastanien und eine weitere Weide, stehen dort ohnehin schon sehr eng, so dass der Konkurrenzdruck groß ist", erklärt Freese. Ein neuer Baum hätte es schwer gehabt, sich durchzusetzen. 

Gefällt werden musste die alte Weide, weil sie durch einen tiefen Riss einsturzgefährdet war. Ursächlich dafür waren ein Pilzbefall des Baumes sowie eine starke Neigung der Weide. "Als dann starker Wind dazu kam, hat der Baum irgendwann nicht mehr standgehalten", so Freese. Wie viele andere Lüneburger, trauert auch er um das Postkartenmotiv am Stint: "Der Baum gehörte lange Zeit zum Stadtbild dazu", sagt Freese, betont aber auch: "Zurückholen lässt sich das nicht." Aus gestalterischer Perspektive hält auch Freese eine Ersatzpflanzung nicht für sinnvoll: "Der neue freie Blick auf den Kran ist toll."

Die zwischenzeitlich aufgekommene Idee, das Holz der alten Weide für Erinnerungsstücke oder eine Bank zu verwerten, lässt sich Freese zufolge nicht realisieren. "Das Holz ist morsch und durch den Pilzbefall nicht mehr brauchbar." 

Geplant ist, den Bereich neben dem Kran in der kommenden Woche neu zu pflastern. Die Bänke werden zeitnah bestellt, allerdings könne die Lieferung einige Wochen dauern, sagt Uta Hesebeck. Die Stadt werde außerdem im Herbst an anderer Stelle in der Stadt eine Weide nachpflanzen, auch wenn die Baumschutzsatzung dies bei kranken Bäumen nicht vorschreibt.