6 Millionen Tonnen Getreideernte in Niedersachsen eingefahren – Verluste im Süden

Besser als befürchtet entwickelte sich die Getreideernte in diesem Jahr. Foto: LGheuteHannover, 27.08.2019 - Bis auf wenige Flächen in den Spätdruschgebieten an der Küste ist die Getreide- und Rapsernte in Niedersachsen eingefahren. Sie ist im Landesschnitt höher ausgefallen als während der schnellen Abreife im heißen und trockenen Juli befürchtet wurde. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, wurde in Niedersachsen in diesem Jahr nach vorläufigen Ergebnissen eine Getreideernte von 6,0 Millionen Tonnen eingefahren, 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt von 2012 bis 2017 fällt die Getreideernte jedoch um 5 Prozent geringer aus.

Wie das Landesamt weiter mitteilt, fiel die Winterrapsernte mit 261.300 Tonnen um 15 Prozent geringer aus als im Vorjahr, unter anderem bedingt durch den Rückgang der Anbaufläche gegenüber 2018 um fast 28 Prozent. 

Bei der Ertragsverteilung innerhalb von Niedersachsen zeige sich das typische Bild eines Jahres mit Sommertrockenheit, so das Landesamt. Die höchsten Erträge wurden in den Marschen eingefahren sowie in den Regenstaulagen um dem Harz. So habe die hohe Wasserspeicherfähigkeit der Marschböden eine bessere Wasserversorgung beim Getreide bis zur Ernte gewährleistet.  

Ganz anders zeige sich hingegen das Bild auf den vielen Sandböden zwischen der Küste und den Lößböden südlich des Mittellandkanals. Ohne Beregnung mussten starke Ertragsrückgänge gegenüber Normaljahren hingenommen werden. Im Bereich zwischen der B214 (Lingen-Celle-Braunschweig) und der B1 (Hameln - Braunschweig) hofften die landwirtschaftlichen Betriebe in diesem Sommer vergebens auf ergiebige Niederschläge. Wegen der Trockenheit und der Hitze kam es in diesen Regionen fast überall zu einer schnellen Abreife. Zudem seien die Eiweißgehalte der Körner auf diesen Böden gering geblieben, da Getreide erst Ende des Wachstums Eiweiß in das Korn einspeichert.