Lüneburg, 20.11.2020 - Beim Lüneburger Automobilzulieferer Yanfeng sind im Laufe des heutigen Tages mehrere hundert Mitarbeiter vorsorglich auf das Coronavirus getestet worden, teilt der Landkreis am Abend mit. Zu Begründung heißt es, dass in den vergangenen drei Wochen bei insgesamt 14 Mitarbeitern das Virus nachgewiesen worden war.

"Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden, um die Infektionsketten so schnell wie möglich zu durchbrechen", erklärt die Leiterin des Fachbereichs Soziales, Yvonne Hobro. Zwar seien die Betroffenen selbst und die engeren Kontakte unter Quarantäne, dennoch müsse man einen Schritt weitergehen: "Wir können nicht wissen, ob sich noch mehr Menschen in diesem Umfeld angesteckt haben – mit den umfangreichen Testungen haben wir einfach mehr Sicherheit."

Es heißt, das Gesundheitsamt und das Unternehmen Yanfeng arbeiten eng zusammen – "vorbildlich", wie Yvonne Hobro betont. "In solchen Situationen gilt es, sehr schnell zu handeln. Dank der guten Unterstützung von Yanfeng funktioniert das hervorragend."

◼︎ Hygienekonzept wird gelobt

Auch habe das Unternehmen ein "gutes" Hygienekonzept vorgelegt. Werksleiter Olaf Kaiser erklärt dazu: "Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter haben für uns höchste Priorität. Daher haben wir neben den allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen frühzeitig ein umfangreiches Hygienekonzept in allen Bereichen unseres Werkes in Lüneburg etabliert. Dazu zählen neben dem kontaktlosen Öffnen von Türen, der regelmäßigen Desinfektion aller Handläufe und Sanitäranlagen, auch die Anzahl der Masken pro Mitarbeiter und Schicht. Denn es ist uns wichtig, dass der Mitarbeiter die Maske austauscht, sobald diese durchfeuchtet ist. Mindestens zwei Masken erhält jeder Mitarbeiter pro Schicht, bei Bedarf aber auch jederzeit mehr." Umkleidekabinen und Duschen im Werk sind geschlossen, das Essen kann in der Kantine zwar abgeholt, muss aber am Platz beziehungsweise im Pausenraum verzehrt werden.

◼︎ Tests gehen weiter

Am Lüneburger Standort des Automobilzulieferers Yanfeng arbeiten 910 Beschäftigte. Im Laufe des heutigen Tages wurden etwa 400 Mitarbeiter getestet, in der kommenden Woche sollen weitere Proben genommen werden. "Wir testen nicht die komplette Belegschaft, sondern ausschließlich die Beschäftigten von drei bestimmten Produktionslinien. Denn dort ist es zu den meisten Ansteckungen gekommen", erläutert Hobro. Für die Testreihe setzt das Gesundheitsamt ein Team aus sechs Ärzten ein. Die Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.