Umweltbehörde beklagt zunehmende Rücksichtslosigkeit 

Nur ein Ausschnitt der Verwüstung an der Ilmenau: das beschmierte Hinweisschild am Schutzraum für die Tier- und Pflanzenwelt. Foto: Landkreis LüneburgLüneburg, 20.04.2021 - Müllreste, zerstörte Natur, zertretener Schutzzaun: Rücksichtslos gegenüber Pflanzen und Tieren haben sich Unbekannte kürzlich in einem neu eingerichteten Schutzraum an der Ilmenau verhalten. Wie die Kreisverwaltung berichtet, sei ein Abschnitt zwischen Teufelsbrücke und Roter Schleuse regelrecht verwüstet worden. Zum Schutz des artenreichen Ilmenau-Ufers hatte der Landkreis dort im vergangenen Jahr rund 200 Pflanzen gesetzt und einen Zaun aufgestellt.

Davon ist laut Kreisverwaltung nicht mehr viel übrig geblieben. "Unbekannte haben fast alle Sträucher und Büsche herausgerissen, ihren Müll hinterlassen und einen Zaun stellenweise zerstört", fasst der Leiter des Fachdienstes Umwelt Stefan Bartscht zusammen. Der dadurch entstandene finanzielle Schaden sei fast nebensächlich, betont er. Denn: "In diesem Naturschutzgebiet gibt es seltene Tiere und Pflanzen. Wenn auch künftige Generationen diese noch erleben wollen, dürfen wir so ein sinnloses Verhalten nicht akzeptieren." Aus diesem Grund will der Landkreis Lüneburg Strafanzeige gegen Unbekannt stellen.

◼︎ Ufer verkommt zur Partymeile

Mit der Zerstörung des abgegrenzten Schutzgebietes setze sich fort, was die Umweltbehörde in den vergangenen Jahren zunehmend beobachtet. Sobald die Tage länger und die Abende wärmer werden, besuchen nicht nur Erholungssuchende den Wald zwischen Lüneburg und Deutsch Evern. Regelmäßig verkomme das Ufer der Ilmenau zur Partymeile – mit vielen Menschen, laut dröhnender Musik, großen Mengen an Müll und unzähligen hinterlassenen Zigarettenkippen, beklagt die Umweltbehörde.

"Ich kann verstehen, dass es die Menschen in die Natur zieht, sie ein Picknick machen oder in die Ilmenau springen wollen. Aber dafür gibt es ausgewiesene Badestellen und viele Bänke zum Ausruhen", sagt Bartscht. "Und dass man seinen Müll nicht einfach liegen lässt, versteht sich doch von selbst."

◼︎ Bußgelder drohen

Welche direkten Auswirkungen rücksichtloses Verhalten auf die Natur hat, beobachtet der Fachdienst Umwelt permanent: Beispielsweise verletzen sich Tiere an Glasscherben oder sind so sehr vom Lärm gestresst, dass sie die Futtersuche und dadurch auch ihren Nachwuchs vernachlässigen. Im vergangenen Jahr sind deshalb erstmals Bußgelder gegen Umweltsünder verhängt worden. "Ich gehe leider davon aus, dass wir das in diesem Jahr fortsetzen müssen."

◼︎ Ufer darf nur an drei Stellen betreten werden

Das Betreten der Ilmenau-Uferfläche im Naturschutzgebiet "Lüneburger Ilmenauniederung mit Tiergarten" ist innerhalb von Lüneburg ausschließlich an folgenden Stellen erlaubt: Loreley in Wilschenbruch, Teufelsbrücke und Rote Schleuse. Diese Orte sind zusätzlich mit Hinweisschildern ausgestattet. Informationen zu den Spielregeln in der Natur gibt es außerdem im Internet unter www.landkreis-lueneburg.de/naturschutzgebiete.