Gestiegene Versorgung mit Impfstoffen – Terminschwänzer bereiten Probleme

Rosen zum 100.000 Pieks: Merite Matata vom Corona-Impfzentrum überreicht im Namen von Landrat Jens Böther Blumen an Martin Wedig. Foto: Landkreis LüneburgLüneburg, 02.07.2021 - Die Impfungen gegen das Coronavirus nehmen im Landkreis Lüneburg wieder an Fahrt auf. Gestern wurde die 100.000 Impfspritze im Impfzentrum gesetzt. Nachdem die Versorgung mit Impfstoffen gesteigert werden konnte, ist auch die Warteliste fürs Impfzentrum deutlich geschrumpft. Aber auch Impfen ohne Termin ist inzwischen möglich, wie die Kreisverwaltung mitteilt. Weniger erfreulich ist hingegen die Zahl derjenigen, die zum vereinbarten Impftermin nicht erscheinen.

Seinen zweiten Pieks und dazu einen Blumenstrauß erhielt gestern Martin Wedig aus Lüneburg. Bei ihm wurde zum 100.000 Mal die Impfspritze im Corona-Impfzentrum angesetzt, genau ein halbes Jahr nach dem Start im Januar. "Ich freue mich sehr über die heutige Zweitimpfung", sagte der 71-Jährige. "Es ist toll, dass so schnell Impfstoffe entwickelt wurden und wir uns nun wieder zunehmend frei bewegen können."

◼︎ Nun auch Wunschtermine möglich

Inzwischen können sich alle Impfwilligen ab zwölf Jahren über das Terminportal des Landes Niedersachsen unter www.impfportal-niedersachsen.de auf der Warteliste registrieren lassen. "Wir schalten inzwischen auch vermehrt kurzfristige Termine frei, die Interessierte direkt buchen können. So kann man sich selbst seinen Wunschtermin heraussuchen", erklärt Mirko Dannenfeld, Leiter des Corona-Impfzentrums für den Landkreis Lüneburg. Lange Wartezeiten seien aufgrund aufgestockter Impfstofflieferungen inzwischen Geschichte. Auf der Warteliste für eine Impfung stehen momentan gut 1.000 Personen, vor einer Woche waren es noch 7.000.

◼︎ Zehn Prozent erscheinen nicht zum Termin

Probleme bereiten dem Team im Corona-Impfzentrum die Impftermine, zu denen die Menschen nicht erscheinen. "Das sind im Schnitt etwa zehn Prozent, also mehr als 100 Impfungen pro Tag", rechnet Mirko Dannenfeld vor. Sein dringender Wunsch: "Sagen Sie bitte über das Impfportal ab, wenn Sie schon über Ihre Hausarztpraxis oder andere Wege versorgt wurden. Dann können andere Menschen schneller geimpft werden." Ein zügiges Vorankommen der Impfkampagne sei wichtig, um die Verbreitung der Delta-Variante und anderer Virusmutationen möglichst zu verhindern. Zudem stehe die Urlaubszeit an – hier biete die Impfung Schutz und ein Stück Freiheit. "Es ist durchaus realistisch, noch im Juli einen Impftermin zu erhalten, wenn Sie sich jetzt auf die Warteliste fürs Impfzentrum setzen lassen", so der Impfzentrumsleiter.

◼︎ Impfen auch ohne Termin möglich

Um möglichst viele Menschen mit dem Impfangebot anzusprechen, organisiert das Corona-Impfzentrum auch niedrigschwellige Angebote ohne Termin. Aktuell sind Mobile Teams in zwei Lüneburger Quartieren mit besonders hoher Bevölkerungsdichte im Einsatz – dort impfen lassen können sich alle Bewohner aus dem Landkreis Lüneburg:

Kaltenmoor
Ökumenisches Gemeindezentrum St. Stephanus
Mittwoch, 30. Juni, bis Samstag, 3. Juli
Täglich von 9 bis 18 Uhr

Am Weißen Turm
"Eins A", Hinter der Saline 1a
Montag, 5. Juli, und Dienstag, 6. Juli
Jeweils von 9 bis 18 Uhr

Für beide Quartiere gilt, dass Bürger das Impfangebot ohne Termin sowie kostenlos wahrnehmen können. Sie müssen lediglich einen Ausweis mit Foto und – wenn vorhanden – einen Impfausweis mitbringen. Fragen zur Impfung können jeweils vor Ort geklärt werden, es werden auch Kulturmittler im Einsatz sein, die übersetzen können.

◼︎ Weitere Aktionen geplant

Weitere Impfaktionen sind laut Kreisverwaltung in Planung. Denn zusätzlich zu den 5.500 Impfdosen pro Woche für den Normalbetrieb hat der Landkreis Stoff für Sonderaktionen angefordert. Wo und wie genau die Impfungen angeboten werden, soll kurzfristig entschieden werden.