Adendorf hat jetzt auch eine "StadtRad"-Station. Doch ihr Nutzen ist nicht erkennbar 

Bürgermeister Thomas Maack (r.) und Lüneburgs Verkehrsdezernent Markus Moßmann bei der Einweihung der "StadtRad"-Station in Adendorf. Foto: Stadt LüneburgAdendorf, 01.04.2022 - Adendorf ist um eine farbenfrohe Attraktion reicher. Seit gut zwei Wochen stehen vor dem Rathaus sieben knallrote Fahrräder, die auf Kundschaft warten. Die Zweiräder sind Teil des Lüneburger "StadtRad"-Konzepts, einem Verleihsystem mit inzwischen 18 Stationen und 150 Fahrrädern. Warum jetzt aber Adendorf als erste Station außerhalb von Lüneburg hinzugekommen ist, erschließt sich nicht. LGheute hat bei Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack nachgefragt.

"Der Radverkehr hat in unserem Ort einen hohen Stellenwert. Daher bin ich sehr glücklich, dass die Hansestadt die Umlandgemeinden in das System mit einbindet", sagt Thomas Maack. 

Wozu aber braucht dann die Gemeinde, in der vermutlich jeder, der gern Fahrrad fährt, auch ein eigenes Fahrrad besitzt, eine Verleihstation? Noch dazu am Rathaus? Maack: "Die Fahrräder sind auch für Schüler gedacht, die damit zu ihrer Schule nach Lüneburg fahren."

Dass es für diese Schüler vermutlich aber nur wenig Sinn macht, von ihrem Zuhause erst zum Adendorfer Rathausplatz zu laufen, um sich dort aufs Leih-Fahrrad nach Lüneburg zu setzen, kann auch der Bürgermeister nachvollziehen. Und er räumt auch ein, dass eine Station am Bahnhof sinnvoller wäre, um von dort dann den Zug nach Lüneburg zu nehmen. Nur: In Adendorf halten keine Züge. 

"Wir gehen aber davon aus, dass der Haltepunkt 2024 kommt", sagt Maack, die entsprechenden Planverfahren dafür seien nahezu abgeschlossen, nun müsse nur noch die Bahn grünes Licht geben. "Dann soll dort auch eine weitere Station entstehen."

Bis dahin will Maack prüfen, ob die jetzige Station am Rathaus auch angenommen wird. "Genutzt werden die Räder bereits, das kann ich von meinem Fenster aus beobachten." Er sieht die Station zudem als "Ergänzung zu den Verkehrsträgern, die wir in Adendorf haben", gemeint ist damit der Linienbus, der den Ort mit Lüneburg verbindet. 

12.000 Euro hat die Gemeinde für die Station auf den Tisch gelegt. Doch ist das Geld auch gut angelegt? "Das werden wir prüfen", sagt Maack. "Wenn nicht, verabschieden wir uns von den Fahrrädern auch wieder." 

◼︎ Das Verleihsystem "StadtRad"

Das Verleihsystem "StadtRad" wird von der DB Connect, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, betrieben. Wer das System nutzen möchte, kann sich in der App "StadtRAD Lüneburg" registrieren. Die Kosten betragen 5 Euro Jahresgebühr. Dafür sind die ersten 30 Minuten jeder Fahrt kostenlos, ab der 31. Minute fällt eine Gebühr von 10 Cent pro Minute (Normaltarif) beziehungsweise 8 Cent pro Minute (HVV-Tarif) an.

In diesem Jahr sollen weitere Ausleih- und Abstellpunkte unter anderem in Ochtmissen, Oedeme (Eintracht Sportplatz) und in Gellersen eingerichtet werden. 

 

 

 

 

Kommentare  

# Claudia 2022-04-02 20:18
Ich finde das gut wenn das hier hinterfragt wird. 12000 Euro ist viel Geld für fahrräder, die nur rumstehen
Antworten | Dem Administrator melden
# Frau Hase 2022-04-02 06:17
Es ist schade, dass der Ausbau des Leihfahrradsyst ems hier erstmal negativ ausgelegt wird. Auf dem Weg zur klimafreundlich en Stadt muss viel ausprobiert werden. Und der Nutzen eines Leihfahrradsyst ems steigt grundsätzlich mit weiteren Stationen. :-)
Antworten | Dem Administrator melden