Per Laser ermittelt die Stadt die Kundenfrequenz in Lüneburgs Innenstadt

Laser-Kästen wie dieser hängen bereits in der Kleinen Bäckerstraße, Grapengießerstraße, Untere Schrangenstraße und An der Münze. Foto: Stadt LüneburgLüneburg, 17.05.2022 - Wer etwas verkaufen will, braucht Kundschaft. Das gilt nicht nur im Internet, das gilt vor allem im lokalen Handel. Doch Kundschaft ist flüchtig und nicht überall zu finden. Zwar gibt es die klassischen Einkaufsmeilen, in Lüneburg die Bäckerstraße und die Grapengießerstraße, aber auch Nebenlagen können für den Einzelhandel attraktiv sein. Wo diese liegen, das will die Stadt jetzt im Rahmen eines Laser-gestützten Modellprojekts herausfinden.

Ein kleiner Kasten oberhalb der Straße angebracht, das ist zunächst alles, was die Stadt braucht, um den Kunden auf die Spur zu kommen. Per Lasermessung ermittelt er die Anzahl der vorbeischlendernden Passanten und gibt so ein Bild über die Attraktivität der Lage. Denn diese ist es, die darüber Auskunft geben soll, ob eine Ansiedlung an dem Ort Sinn macht. 

Gemeinsam mit der Hansestadt Lüneburg haben dafür die Firmen hystreet.com GmbH und Lase PeCo Systemtechnik GmbH jetzt die ersten vier von insgesamt neun geplanten Lasergeräten in der Lüneburger Innenstadt installiert. Anlass für diese Aktion ist die Teilnahme der Stadt am Projekt Stadtlabore für Deutschland - Digitales Leerstands- und Ansiedlungsmanagement, das zu 100 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird. Bundesweit nehmen 14 Modellkommunen an dem von der IFH Köln GmbH ins Leben gerufenen Projekt teil. Ziel ist es, eine digitale Lösung für aktives Ansiedlungsmanagement in deutschen Städten zu entwickeln und zu erproben. Melissa Duda von der Stabsstelle Nachhaltige Stadtentwicklung erklärt: "Die Installation der Lasergeräte ist ein wichtiger Baustein, um ein aktives Ansiedlungsmanagement betreiben zu können."

◼︎ Vier von neun Geräten bereits installiert

Welche Standorte zusammen ein möglichst aussagekräftiges Bild abgeben, darüber haben sich verschiedene Abteilungen im Rathaus unter anderem mit der Industrie- und Handelskammer, der Lüneburg Marketing GmbH, der Wirtschaftsförderung Lüneburg und mit dem Handelsexperten Frank Rehme ausgetauscht.

Aktuell befinden sich Lasergeräte in folgenden Straßen: Kleine Bäckerstraße, Grapengießerstraße (östlicher Teil), An der Münze und Untere Schrangenstraße. "Wir sind sehr dankbar, dass die Immobilieneigentümer sich äußerst kooperativ gezeigt haben und großes Interesse an der gemeinsamen Umsetzung des Projekts zeigen", berichtet Melissa Duda. Die weiteren fünf geplanten Standorte sollen noch in diesem Sommer ausgestattet werden. 

Die Geräte sind zumeist an Fallrohren installiert. Da sie sehr hoch angebracht sind, können die Geräte jeweils die gesamte Straßenbreite erfassen. Sie funktionieren ähnlich einer Lichtschranke und zählen, wer sich in welche Richtung bewegt, wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist. Die Geräte nehmen keine Videos oder personenbezogene Daten auf, sind nach Darstellung von hystreet darum datenschutzrechtlich unbedenklich und sicher, versichert die Stadtverwaltung. Die Daten seien "völlig anonymisiert" und werden vom Gerät direkt an eine Cloud übermittelt. 

Die erfassten Daten sind einsehbar unter hystreet.com. Nach Registrierung können die Standorte in Lüneburg stundengenau ausgewertet und mit anderen Städten in ganz Deutschland verglichen werden.

 

 

Kommentare  

# Karl-Heinnz Kruse 2022-05-17 21:39
Als Ingenieur bin ich sicher nicht technikfeinndli ch. Aber diese Laser können das Beobachten, Nachfragen bei Ladeninhabern , Nachdenken und Analysieren nicht ersetzen. Welchen Mehrwert bieten sie, der ihre Kosten rechtfertigt?
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